Vor Kurzem hatten wir eine Woche Urlaub und noch relativ spät nichts gebucht. Was wollten wir tun? Eine Woche Strandurlaub in Italien? Zu fad. Einen Roadtrip und viel anschauen? Mit Kleinkind zu viele Strapazen. Zuhause bleiben? Keine Option. Zufällig sind wir dann über eine Kreuzfahrt in den Norden gestolpert und tada, der Urlaub war gebucht. Für mich fühlte es sich wie ein Riesenabenteuer an, gleichzeitig aber auch ganz schön spießig. Überrascht war ich dennoch, wie gut sich diese Art des Reisens als Familie anfühlt.

Vorneweg: uns war es wichtig, ein möglichst umweltschonendes Schiff zu wählen, was uns auch gelungen ist. Außerdem sollte es familienfreundlich sein, eh klar.
Unsere Wahl war richtig, denn wir waren absolut begeistert. Sowohl vom Schiff, als auch davon, wie gut als Familie alles funktioniert hat.
Weil es so kurzfristig keine Balkonkabine mehr gab, haben wir eine Außenkabine gebucht. Was ich im Vorhinein als Kompromiss gesehen habe, hat sich am Schluss als Glücksgriff herausgestellt: die Kabinen sind zwar für Schiffskabinen geräumig und ausreichend groß, aber dennoch muss man sich den Platz gut einteilen. Abends schläft der Junior im Bett und wir? Wir können entweder mit der Taschenlampe lesen wie am Jugendlager oder ein schiffstaugliches Babyphone ausleihen. Beides war keine Option, umso besser war die Beschaffenheit unserer Kabine: direkt vorm Fenster war eine gemütliche Bank mit Kissen und Licht, abtrennbar mit einem lichtdichten Vorgang. So konnte unser Sohn in Ruhe im Dunklen schlafen und wir haben abends in unserer kuscheligen Höhle gelesen, Cocktails getrunken und aufs Meer geschaut. Würde ich, gerade mit Kleinkind, das doch öfters aufwacht, immer wieder so machen.
Die Distanzen auf so einem Kreuzfahrtschiff sind weit, selbst wenn man ein sensibles Babyphone hat, dauert es seine Weile, bis man beim weinenden Kind ist.
Am Schiff selbst gab es genug Auslauf für unseren Sohn: Babypool (in andere Pools dürfen Windelkinder aufgrund der Hygienevorschriften nicht hinein), Spielezimmer, Spielplatz und natürlich lange Gänge, Stiegen, Lift und die Außendecks. Der Großteil der anderen Urlaubsgäste und das gesamte Personal war extrem lieb mit allen Kindern an Bord (und es waren doch einige) und wir haben uns auch in stressigen Situationen als Familie gut aufgehoben gefühlt. Dass mein Sohn zum Beispiel beim Essen nicht lang ruhig sitzen kann und dann schon gar nicht sehr vornehm dabei ist, ist gar nicht aufgefallen. Viele Kinder an Bord = viele kleine Menschen, die alle nicht ruhig sitzen wollen. Cool war auch, dass manche Buffets sogar auf Kinderhöhe waren.



Auch die Landgänge waren überraschend problemlos. Ausgiebig an Bord gefrühstückt, dann noch ein bisschen getobt. Kaum waren wir eine halbe Stunde an Land, hat unser Sohn friedlich im Wagerl geschlafen. Die nordische Luft war so angenehm!
So haben wir auch einiges von unseren Destinationen in Dänemark und Norwegen gesehen. Vorab war ich gut vorbereitet (ohne Checklisten gehts nicht…) – siehe meine Reiseführerempfehlungen weiter unten – aber in Wahrheit hätten wir gar nicht so viel planen müssen. Dass wir keine organisierten Ausflüge buchen wollten, war uns von Anfang an klar. Ich glaube auch, dass Führungen im Bus mit Kleinkind nicht wirklich angenehm umzusetzen sind. Also erkundeten wir alles auf eigene Faust, mit einer kleinen Liste an Sehenswürdigkeiten, die wir sehen wollten. Außerdem gab es jeden Tag in der Bordzeitung, die am Vorabend ans Zimmer geliefert wurde, eine kleine Karte der Stadt mit kurzen Erläuterungen zu den wichtigsten Spots.
Als wir dann an Land waren, haben wir in 3 von 4 Destinationen eine kostenlose Landkarte, meistens sogar auf Deutsch, bekommen. Ich war begeistert.
Insgesamt haben wir – auch Dank des traumhaften Wetters – eine rund um schöne Reise erlebt, die besser nicht hätte sein können. Die Organisation, die Städte, das Essen, das Schiff, das Zusammenspiel als Familie – alles ist ideal gelaufen. (Nur auf zwei Dinge hätte ich verzichten können: die lange Anreise nach Kiel und die Verkühlung, die wir uns als Andenken mit nach Hause genommen haben.)
Was ich schon früher gerne bei Urlauben gemacht habe und bei dieser, doch besonderen Reise nicht missen wollte, war ein Reisetagebuch.
Das „Kreuzfahrt Logbuch“ von Franz Neumeier ist allerdings sehr viel mehr als „nur“ ein Reisetagebuch. Man kann sämtliche Infos zum Schiff, zur Kabine, zur Route und natürlich auch zu jedem einzelnen Stopp eintragen. Zusätzlich gibt es sehr viel Platz für Notizen und Erinnerungen (in unserem Fall auch Postkarten, Bordkarte und co), zwei Doppelseiten für Urlaubsgrüße (das ist meiner Meinung nach fast ein bisschen sehr viel), Platz für Notizen für die nächste Kreuzfahrt sowie ein Fazit und dann über 40 Seiten Tipps und Tricks, wo die wichtigsten Dinge erklärt werden. Das ist total hilfreich! Ich als Kontroll- und Planungsfreak fühlte mich fast ein bisschen unwohl, weil mir einige Dinge noch unklar waren vor der Reise. Erst im Auto auf der Hinfahrt habe ich dann die Tipps aus dem Reisetagebuch gelesen – und da wurde mir klar, dass ich es wohl besser früher gelesen hätte. Ich wäre bestimmt entspannter gewesen.
Die einzelnen Tagesseiten sind sehr übersichtlich und strukturiert gestaltet. Auf der linken Seite gibt es folgendes zum Eintragen: Reisetag, Datum, Landtag oder Seetag, zurückgelegte Seemeilen, Seegang, Wetter, Essen und Tagesfazit. Die rechte Seite ist für persönliche Eindrücke. Da mir die eine freie Seite manchmal zu wenig war, habe ich einfach eine neue Doppelseite angefangen. Dadurch, dass man oben links immer eintragen kann, welcher Reisetag gerade ist, hat man ja auch die Freiheit, zweimal hintereinander den selben Tag einzutragen und zu beschreiben. Vor allem gab es eh sehr viel mehr Seiten, als unsere Reise dauerte (leider). Insofern ist das Buch auch für längere Reisen super! Die optische Gestaltung gefiel mir auch sehr gut – das nautische Design und die wertige Umsetzung machen das Reisetagebuch nicht nur zu einem schönen Gefährten auf Reisen, sondern ist auch strapazierfähig.
Außerdem habe ich einige tolle Reiseführer bekommen, die ich ebenfalls vorstellen möchte:
Dänemark – Highlights eines faszinierenden Landes ist ein toller Bildband aus dem Kunth Verlag, das mir bereits vor unserer Reise wunderschöne Eindrücke vermittelt hat. Es zeigt sehr viele Facetten des Landes mit traumhaften Fotos und informativem Text. Daraus habe ich mir schon zuhause einige Sehenswürdigkeiten notiert – aufgrund der Größe und des Gewichts eignet sich das Buch nicht zum Mitnehmen auf eine Reise (dafür ist es aber auch nicht gedacht). Das Buch liefert seitenweise beeindruckende Fotos von den schönsten Orten Dänemarks und die passenden Infos dazu, zwischendurch aber auch viel zum Lebensgefühl und allgemein Dänisches, wie etwa Hygge, das Königshaus, Hans Christian Andersen und zur Natur. Ein Buch zum immer wieder Anschauen und sich Urlaub wünschen 🙂
Schon in praktischerer Reisegröße ist das Buch „52 kleine & große Eskapaden im Südwesten von Dänemark“ von Stefanie Sohr und Volko Lienhardt. Eingeteilt nach Abstecher, Ausflüge und Miniurlaube bietet das Buch 52 Touren zum Entdecken von Dänemark. Mit schönen Fotos, einer kleinen Karte, einer kurzen Übersicht und einem Text, der sofort Lust auf diese Tour macht, werden Waldspaziergänge, Strände und Naturerlebnisse richtig schmackhaft gemacht. Alles sehr naturverbunden und entspannend. Toll ist auch, dass man sich sämtliche Touren mit QR Code bereits vorab auf das Handy laden kann – dann braucht man unterwegs weder das Buch mit, noch Internet. Leider führten uns unsere Stopps der Reise genau in die anderen Teile des Landes. So konnten wir keine Eskapade ausprobieren, wissen aber jetzt umso mehr: in Dänemark gibt es noch ganz viel, was wir entdecken möchten.
Am allerpraktischsten für unterwegs war der Marco Polo Reiseführer für Norwegen, der sogar an den Landtagen im Rucksack mitkam. Abgesehen von den Dingen, die man sich von einem klassischen Reiseführer erwartet (Sehenswürdigkeiten, Übersichtskarten, Empfehlungen für Lokale, Shops und mehr), gibt es auch viel Info um Norwegen und die Norweger:innen zu verstehen (inklusive kleinem Sprach-Spickzettel), Klischees erklärt, Buch-, Film-, Musik- und Blogtips für das richtige Urlaubsfeeling und eine Seite mit Dingen, die man besser nicht in Norwegen tut. Insgesamt also für eine Reise nach Norwegen sehr praktisch.















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