Vor dem Urlaub sind immer viele Dinge zu tun: Koffer packen, Ausflüge planen, Haus/Gartenbetreuung organisieren,… und wer ein (Klein)Kind hat, hat gleich noch ein paar Dinge mehr auf der Liste. Etwa, welches Spielzeug oder welche Bücher man im Urlaub braucht, wie man das Kind unterwegs gut beschäftigt und bei Laune hält – mal abgesehen von der Frage, welche Kleidung, Schuhe, Medikamente und sontiger Kram mit müssen. Ich habe eine kleine (unvollständige) Liste zusammengestellt, was ich für unsere Reisen bedacht habe und welche Unterhaltung für unseren Zweijährigen gut funktioniert.

Organisatorisches
Ich habe gerne Dinge geplant, am besten mit Liste. Deshalb gibts bei uns eine immerwährende Packliste, die vor jedem Urlaub rechtzeitig ergänzt wird (die Dinge ändern sich ja nicht nur abhängig, von der Art des Urlaubs und der Jahreszeit, sondern auch mit dem Alter des Kindes). Im Internet gibts unzählige Packlisten zu finden. Mein Tipp dazu: wirklich rechtzeitig (einige Wochen) eine Standard-Packliste aus dem Internet ausdrucken und prominent, beispielsweise auf der Pinnwand in der Küche, aufhängen. So kann jederzeit im Alltag etwas ergänzt werden, wenn man gerade bestimmte Gegenstände in der Hand hat oder ein Geistesblitz kommt.
Damit alle Pässe, Tickets, Ausweise, Impfpässe und was man sonst so braucht, griffbereit und an einem Ort sind, habe ich vor kurzem ein kleines Täschchen genäht. (Und weil ich schon beim Nähen war, habe ich gleich auch noch einen Kofferanhänger und eine Pixibuch-Hülle genäht, damit nicht immer alle Bücher durch den Rucksack fliegen. Schaut mal auf Pinterest, da gibt es wirklich tolle Anleitungen. )

Auch wenn wir unseren Sohn eigentlich nie aus den Augen lassen – vor allem nicht außerhalb unserer vier Wände, habe ich trotzdem sicherheitshalber ein Notfallarmband für ihn bestellt. Nie hätte ich an so etwas gedacht, aber der Klassiker: insta made me buy this. Ich bekam Instagramwerbung für diese Armbänder und dann kam ich ins Grübeln. Und weil ich eben auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich eines dieser Gummiarmbänder bestellt. Den aufgedruckten Text konnte ich frei wählen. Ich habe mich schlicht für „Call my Mama“ und meine Telefonnummer entschieden. Und damit mein Sohn das Armband auch gerne tragen will, habe ich es in seinen Lieblingsfarben und mit aufgedrucktem Abschleppwagen (den durfte er sich aussuchen) bestellt.

Die Reise selbst
Als Vorbereitung blättere ich gerne ein paar Reiseführer durch. Momentan mag ich die Serie „52 kleine und große Eskapaden“ sehr gerne. Und weil mein innerer Kompass sowieso in den Norden zeigt, kann ich euch besonders die Eskapaden in und um Hamburg sowie die Eskapaden im Osten der Niederlande empfehlen.

Eingeteilt nach Abstecher, Ausflüge und Miniurlaube bieten die Bücher 52 Touren zum Entdecken der jeweiligen Region. Mit schönen Fotos, einer kleinen Karte, einer kurzen Übersicht und einem Text, der sofort Lust auf diese Tour macht, werden Waldspaziergänge, Strände und Naturerlebnisse richtig schmackhaft gemacht. Alles sehr naturverbunden und entspannend. Toll ist auch, dass man sich sämtliche Touren mit QR Code bereits vorab auf das Handy laden kann – dann braucht man unterwegs weder das Buch mit, noch Internet.

Als klassischen Reiseführer habe ich den von Marco Polo für Hamburg durchgeblättert. Besonders toll ist die herausnehmbare Karte, da wir dieses Jahr so offline wie möglich Urlaub machen möchten. So konnte ich bereits zuhause Hotel, Sehenswürdigkeiten und Ziele einzeichnen und unterwegs brauchen wir idealerweise kein Handy mehr. Nachdem wir letztes Jahr sehr viel mit Google Maps unterwegs waren, ist dieser Old School Gedanke richtig abenteuerlich 😉
Für die schönsten Erlebnisse unterwegs habe ich immer ein Reisetagebuch mit. Und weil ich letztes Jahr zwei sehr tolle Tagebücher hatte, habe ich für heuer einfach eines davon nachbestellt. Schaut mal hier und hier.
Für die Anreise sowie Ruhephasen im Hotelzimmer setzen wir schon seit einigen Monaten auf Hörspiele. Je nachdem, wie und wo entweder als CDs oder über eine Streaming-App am Handy. Hier empfiehlt es sich, zuhause im WLAN Lieblingsfolgen sowie neue Folgen für den Urlaub offline verfügbar zu machen, sodass nicht bei jedem Mal hören Internet verbraucht wird.
Bei uns funktionieren die Geschichten von Benjamin Blümchen gut (tatsächlich schon seit unser Sohn ca 1,5 Jahre alt ist) und seit kurzem die Musik von Kinderliedermacher Bernhard Fibich.
Unterhaltung
Damit im Hotelzimmer oder bei Wartezeiten in Restaurants (oder auch bei der Anreise) für genug Abwechslung gesorgt ist, habe ich einige mehr oder weniger unkomplizierte Dinge in einen eigenen Kinderrucksack gepackt, die für Unterhaltung sorgen, aber nicht zu viele Einzelteile haben und auch keine riesengroße Sauerei veranstalten: Die Zaubermalbücher vom Trötsch-Verlag lieben wir, da unser Sohn damit selbstständig malen kann, aber durch den Wasserstift nicht aus Versehen Gegenstände, Tischdecken oder Wände angemalt werden können. Das Wasser wird vor jeder Malsession frisch eingefüllt.
Außerdem habe ich immer einen kleinen Block und viele bunte Sticker zu unterschiedlichen Themen im Rucksack, genauso wie Pixibücher (weil leicht und flexibel), ein paar Fingerpuppen, Musikbücher (weil sich damit unser Sohn gern selbstständig beschäftigt), Puzzles (am besten magnetisch, damit nicht so leicht etwas verloren gehen kann und man unterwegs nicht unbedingt auf eine gerade Unterlage angewiesen ist) und ein paar Stempel. Zugegeben, damit kann man schon auch eine Sauerei veranstalten, aber man muss sie ja nicht überall auspacken 😉 entweder haben wir Tier- oder Fahrzeugstempel eingepackt, oder auch bunte Stempelkissen und ein Fingerstempelbuch dazu. Nicht vergessen: Handreinigungstücher!

Für den Strand oder auch einen Spielplatz im Urlaub habe ich ein kleines Sandset für unterwegs gekauft. Der faltbare Kübel, die Schaufel und eine Sandform sind zusammengelegt recht klein, sodass es wirklich fast in jedes Gepäckstück passt. Ergänzt habe ich das Set noch um ein kleines Handtuch, das kann man schließlich immer brauchen.

Und zu guter letzt habe ich auch noch für Unterhaltung für uns Erwachsene gesorgt, etwa für Abende im Hotelzimmer, wenn unser Sohn schon schläft. Wir nehmen gerne kleinere Spiele mit, wie zum Beispiel „Worte querbeet“, „Roadtrip“, „Fika“, „Skyo“ oder auch normale Spielkarten.

Und was natürlich nie fehlen darf: ein Buch, am besten ein Taschenbuch, weil es leichter im Rucksack oder der Handtasche ist. Meine Urlaubsempfehlung: „Glück für Wiedereinsteiger“ von Carla Berling. Thea und Ronny sind 40 Jahre verheiratet. Grund genug, ein großes Fest zu feiern. Bei den Vorbereitungen merken sie aber, dass sie eigentlich noch sehr unterschiedliche Dinge vom Leben möchten. Also beschließen sie, bei ihrer Party zum 40. Hochzeitstag ihre Trennung zu verkünden. Die frisch gebackenen Singles haben ihre getrennten Lebenswege monatelang im Geheimen geplant und organisiert. Doch dann kommt alles anders, als gedacht….

Normalerweise suche ich Bücher auch nach der Optik und der Covergestaltung aus. Wäre ich nur danach gegangen, hätte ich es wohl nie gelesen, dabei aber ordentlich etwas verpasst. Zum Glück haben Titel und Klappentext das Cover wieder ausgeglichen 😉 Der Roman ist unterhaltsam, einfühlsam und sehr kurzweilig. Grundthemen sind Reisen, Freundschaft, aber auch die Liebe – insgesamt der ideale Mix für eine Urlaubslektüre.
Oder wer es lieber spannender mag, kann auch „So ist das nie passiert“ von Sarah Easter Collins mit in den Urlaub nehmen.
Willas Schwester Laika ist verschwunden, als sie noch Teenager waren. Willa hat die Suche nie aufgegeben, auch nach über 20 Jahren nicht. Sie sehnt sich nach der Schwester und der Familie, die seither aus dem Gleichgewicht geraten ist. Willa ist so auf den Gedanken fixiert, dass ihre Schwester noch lebt, dass sie ihr eigenes Leben, ihre Pläne und die Beziehung zu ihren Mitmenschen vernachlässigt. Auf einer Dinnerparty ihrer langjährigen Freundin Robyn trifft sie zufällig auf eine Frau, die ihrer Schwester so ähnlich ist. Was als Essen unter Freunden beginnt, verändert alles, was Willa bis jetzt wusste.
»Und wenn es eine andere Geschichte gibt, verschüttet unter der, die ich zu kennen glaube?«
Ein wirklich spannendes und psychologisch feinsinniges Buch, das ich nur schwer weglegen konnte. Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass sich langsam die einzelnen Puzzlesteine in das große Ganze einfügen. Durch die Abwechslung und die Spannung ist es auch sehr kurzweilig zu lesen, trotz knapp 400 Seiten. Anfangs habe ich ein paar Seiten gebraucht, bis ich die Personen kennengelernt habe und mich zurecht gefunden habe, aber je weiter die Geschichte fortgeschritten war, desto weniger wollte ich aufhören zu lesen.
Insgesamt hat mich der Roman auch ein bisschen nachdenklich gestimmt, weil es von einer schwierigen Familiensituation und den Auswirkungen auf die Kinder, die dieser völlig ausgeliefert sind, handelt. Vieles der Geschichte hat mich aufgewühlt, aber es ist Dank einiger Figuren auch für herzerwärmende Momente und echte Freundschaft gesorgt.
Auch dieses Buch ist eine dringende Leseempfehlung, obwohl ich anhand des Titels und des Covers nie so eine vielschichtige Geschichte erwartet hätte. Der englische Titel „Things don’t break on their own“ hätte wörtlich übersetzt deutlich besser gepasst als der deutsche Titel. Wer das Buch liest, wird herausfinden, warum.

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