Komm, wir bauen was! (Upcycling mit Kleinkind)

„Mama, ich will was basteln“ Diesen Satz höre ich in letzter Zeit öfter, was mich einerseits total freut, andererseits aber auch ein bisschen stresst. Wer hat denn um 7 in der Früh schon alles zum Basteln bereit? Aber gut, mein Sohn wünscht und ich improvisiere – ich will ihm ja keinesfalls die Lust an der Kreativität nehmen. Heute haben wir einen Spielplatz für seine Spielfiguren gebaut und ich finde, der ist richtig cool geworden.

Das Material

Immer wieder basteln wir aus Klopapierrollen Traktoren oder Raketen, deshalb habe ich immer einen kleinen Vorrat an leeren Rollen in meiner Lade. Auch Korken von ausgetrunkenen Weinflaschen hebe ich aus Prinzip auf, genauso wie brauchbare, leere Verpackungen (etwa die Alu-Kaffeedosen von meinem Mann). Lustigerweise habe ich erst heute Früh Papierschnipsel vom Basteltisch meines Sohnes eingesammelt und weggeschmissen und eine halbe Stunde später wieder aus dem Papierkorb gefischt (für das Bällebad, siehe unten). Außerdem haben wir Schaschlik-Spieße, ein stabiles Muffinpapier, den Rest einer Schnur, ein Eisstaberl, Washitape zum Aufhübschen, die Spindel einer CD-Rohlingsbox sowie zwei CDs, die beim Brennvorgang kaputt gegangen sind.

Man merkt: wer mit einem Kleinkind basteln will, hebt am besten viele Sachen auf, die man bestimmt mal brauchen kann 😉

Der Spielplatz

Rutsche: Für die Rutsche haben wir eine Klorolle in der Mitte durchgeschnitten und mit Leim zusammengeklebt, sodass die Rutsche offen und länger ist. Damit sie stabiler wird, haben wir ein altes Eisstaberl druntergeklebt.

Schaukel: Für die Schaukel haben wir zwei Schaschlikspieße in Korken gesteckt. Die Korken haben wir in einen großen Karton geklebt, in dem der ganze Spielplatz aufgebaut werden kann. Die Enden der Schaschlikspieße habe ich mit einer Fahne aus Washitape abgesichert (damit sie nicht so pieksig sind). Als Schaukel haben wir in ein stabileres Muffinförmchen genommen: zwei Löcher hineingemacht, Faden durchgefädelt und an die Spieß-Korken-Konstruktion gebunden.

Bällebad: Dafür haben wir die Papierschnipsel von den Schneideübungen von meinem Sohn genommen. Einfach kleine Papierstücke zusammenknüllen und in eine runde Schale geben. Für diesen Zweck ideal: der Deckel von Alu-Kaffeedosen.

Karussell: Als Karussell habe ich eine CD-Spindel genommen und zwei kaputte CDs reingelegt, sodass sie sich gut drehen. Die eine CD war bedruckbar – das war super, weil so konnte mein Sohn die CD bemalen. Wenn sie sich nun dreht, schaut das sehr cool aus.

Wippe mit Tunnel: Für die Wippe haben wir zwei Holzlöffel zusammengeleimt und die wiederum auf eine bemalte Klopapierrolle geklebt. So sind es gleich zwei Spielgeräte in einem: Wippe und Tunnel. Gut, dass die Spielfiguren durchpassen!

Picknick

Momentan bastelt mein Sohn gerne mit Knete, die an der Luft trocknet und dann so ähnlich wie Schaumstoff wird (sprich: das getrocknete Ergebnis ist relativ weich und Einzelteile brechen nicht so leicht ab). Da haben wir schon eine ganze Menge Insekten aber auch Lebensmittel gebaut (sein Highlight: Burger und Pommes). Also haben wir natürlich auch für seine Spielfiguren eine Jausendose (eine umfunktionierte Schachtel von Stecknadeln, beklebt mit sämtlichen Stickern aus der Stickerlade) gebastelt und diese mit Knet-Essen gut gefüllt.

Einen leeren, runden Bierdeckel haben wir außerdem bemalt und zur Picknickdecke erklärt.

Alles wurde heute gleich ordentlich bespielt. Und als mein Mann meinen Sohn gefragt hat, ob er mit dem neuen Spielplatz schön gespielt hat, war die Antwort: „Nein, meine Spielfiguren haben gespielt!“ Ich glaube, wir haben unsere Mission erfüllt 🙂 Bastelspaß und Spielwelt in einem.

Und wisst ihr, was uns (mich) zum Spielplatz bauen inspiriert hat? Dieses Buch:

„Der kleine Hase Upsala – Komm, wir bauen was!“ von Nico Sternbaum

Die Bücher von Nico Sternbaum sind bei uns immer ein Highlight, vor allem das Mitmachbuch „Schüttel den Apfelbaum“ will mein Sohn immer wieder gemeinsam lesen. Und weil er auch Baustellen liebt, haben wir uns das Baustellenbuch vom Hasen Upsala auch zugelegt. Die Geschichte ist einfach, aber nett: der Hase Upsala, der so heißt, weil er immer über seine Füße fällt und dabei „Upsala“ sagt, und seine Freunde bauen einen Spielplatz. Als der Spielplatz endlich fertig ist, fällt der Hase über seine Füße und reißt den ganzen Spielplatz um. Also bauen sie mit Hilfe der Baufahrzeuge einen neuen, besonderen Spielplatz. 

Das Buch ist kein Mitmachbuch, dafür hat es Klappen. Mein Sohn findet das Buch gut und wollte es gleich mehrmals hintereinander vorgelesen bekommen. Manchmal nimmt er es sich selber und schaut es alleine durch. Ich persönlich war, nachdem wir die Mitmachbücher kennen, ein bisschen von dem Buch enttäuscht, weil es recht kurz ist und schnell erzählt. Das Buch ist für Kinder ab 2 Jahren und ich glaub, dafür ist es genau richtig. Mein Sohn mit mittlerweile 3 Jahren ist einfach schon wieder fast zu groß dafür. Wir lesen normalerweise schon komplexere Bilderbücher. Aber trotzdem: mein Sohn spricht öfter vom Hasen Upsala und holt auch das Buch ab und zu aus dem Regal und will es wieder lesen.

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