Island to go

Mein Mann wollte schon immer nach Island. Heuer war es dann soweit: der große Familienurlaub ging mit dem Schiff nach Island. Wir waren vorbereitet – mit Regenhosen und Fleecepulli – sodass es trotz Regen und Wind eine schöne Reise wurde.

Dass wir uns Regenhosen gekauft haben, war jedenfalls eine gute Entscheidung. Bei eigentlich jedem Stopp hatten wir Regen. Manchmal aber auch Sonne. Das isländische Wetter wechselt viel und hat uns dadurch viele schöne Regenbögen beschert. Was nach Island jedenfalls auch mit muss ist ein warmer Pullover, warme Socken und eine wasserdichte Jacke. Wasserdichte Schuhe sowieso. Dann aber kann eigentlich nicht mehr so viel schief gehen.

Unsere Rundreise hat uns zuerst nach Reykjavík geführt. Abgesehen von einem Stadtbummel kann ich dort für Reisen mit Kindern das Konzerthaus Harpa wärmstens empfehlen. Dort gibt es einen Spielbereich im Foyer (bei Regen gold wert!), der sich mit dem Thema Musik beschäftigt. Besonders gut gefallen hat uns allen das Orchester: dort konnte man Noten wie Puzzleteile bei unterschiedlichen Instrumenten des Orchesters hinzufügen. Diese Instrumente hat man dann im Zusammenspiel gehört, was sehr spannend war. So konnte man beispielsweise nur die Streicher mit der Pauke hören, oder Bläser und Streicher gemeinsam.

Auch wunderschön war unsere Tour am Golden Circle. Dafür haben wir uns in Reykjavík ein Auto ausgeliehen und sind auf eigene Faust Geysir, Wasserfall und Nationalpark abgefahren. Insgesamt ist die isländische Natur sehr sehenswert und so ganz anders als bei uns – es wirkt teilweise, als wären wir komplett aus der Zeit gefallen. Besonders beeindruckt haben mich die Geysire. Überall brodelt es und kocht es – als wären viele Kochtöpfe in Löchern im Boden. Warnschilder sagen in diesen Bereichen, dass das Wasser dort tatsächlich 80-100 Grad hat.

Davon und von vielem anderen auch habe ich in dem Buch „Wo Elfen noch helfen – Warum man Island einfach lieben muss“ von Andrea Walter gelesen. Ich schaue generell immer, dass ich zum Urlaub passende Bücher lese, aber bei diesem Buch habe ich wirklich einen Glücksgriff gehabt. Abgesehen davon, dass es sehr kurzweilig von Land, Leuten, Kulinarik, Wetter und sonstigen Eigenheiten erzählt, hat es auch ein Thema aufgegriffen, dass momentan bei uns gut gepasst hat: die Geschichte um die Schachweltmeisterschaft 1972. Diese Geschichte ist Basis des Musicals „Chess“, das ich in den letzten Monaten lieben gelernt habe. Eine Fügung, dass wir ausgerechnet heuer in Island waren, wo man auf den Spuren dieser Geschichte wandeln kann. Dank des Buches „Wo Elfen noch helfen“ haben wir etwa das Grab vom damaligen Schachweltmeister Bobby Fischer besucht (sehr skurril im Garten einer winzig kleinen Kirche, die zu einem Bauernhof zu gehören scheint) oder ein Antiquariat in Reykjavík, wo Bobby Fischer täglich seine Post öffnete und Schach spielte. Insgesamt ist dieses Buch also auf jeden Fall ein Muss für alle, die nach Island reisen.

Da wir mit dem Schiff unterwegs waren, habe ich mir passend dazu auch noch das Buch „Ein Arzt für jede Welle“ besorgt. Geschichten von einem Schiffsarzt, versehen mit Tipps für Kreuzfahrer, sehr kurzweilig und unterhaltsam erzählt. Einige der Tipps sind vor allem hilfreich für Menschen, die zum ersten Mal mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs sind. Besonders spannend fand ich die Schilderungen des Ablaufes und der Bereiche, die man als Passagier nicht sieht – ich wusste beispielsweise nicht, dass es auf einem Kreuzfahrtschiff nicht nur eine kleine Arztpraxis gibt, sondern alles wie ein schwimmendes Krankenhaus ausgestattet ist, inklusive Operationsbereich und Intensivstation. Jedenfalls ein empfehlenswertes Buch für alle, die gerne mit Schiffen unterwegs sind!

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