Lange habe ich hier nichts mehr von mir hören lassen. Manchmal ist so viel los, dass ich meinen Blog auf der To Do Liste immer weiter runter schiebe. Heute beim Frühstück habe ich die letzten zwei Seiten von einem Buch gelesen und dabei ist mir aufgefallen, dass ich heuer bis jetzt nur Krimis gelesen habe, obwohl ich sonst eigentlich keine Krimileserin war. Ob der Cosy Crime Trend unbemerkt auch bei mir angekommen ist? Vielleicht. Vielleicht war es auch einfach Zufall, weil mich Schauplatz und Umfeld von den drei Büchern einfach interessiert haben.

„Der Mord in der Schlange“ von Josephine Tey ist ein klassischer Whodunit-Krimi im Stil von Agatha Christie – nämlich auch vom Schauplatz her: London in den 1920er Jahren. Eigentlich mag ich historische Bücher nicht so gerne, aber dieses wollte ich gerne lesen, weil mich der Klappentext interessiert hat: vor einem Theater im West End sind viele Menschen für Restkarten der letzten Vorstellung eines Musicals angestellt. In dieser Schlange passiert ein Mord, der natürlich aufgeklärt werden soll.
Insgesamt war dann über den Mord hinaus nicht mehr so viel Theater- oder Musicalbezug da, aber dennoch war es ein gelungener Krimi. Setting und Figuren waren überschaubar und klar, nicht zu komplex, aber doch mit einigen Wendungen. Der Ermittler Inspector Grant ist ein sympathischer Charakter, der auch in den dunkleren Gassen Londons ermittelt und nicht davor zurückscheut, sich die Hände schmutzig zu machen.
Die von mir gelesene Ausgabe ist 2024 erschienen und scheint deutlich überarbeitet zu sein – obwohl ich da normalerweise sehr empfindlich bin, wirkte das Buch in Schreibstil und Setting weder altmodisch noch verstaubt. Ein solider, unterhaltsamer Krimi für alle, die klassische Ermittlungsarbeit und überraschende Auflösungen schätzen.
„Mord an Backbord“ von C.L. Miller spielt – für mich aufgrund des Covers überraschend – im Jetzt und nicht in der Vergangenheit. Leider habe ich erst beim Lesen bemerkt, dass es der zweite Band einer Serie ist, was zwar das Lesen nicht unmöglich gemacht hat, aber schon einige Fragezeichen hinterlassen hat bzw viel Spielraum fürs Zusammenreimen, wie eine Vorgeschichte gewesen sein könnte. Meine Empfehlung also: unbedingt vorher „Der falsche Vogel“ lesen.
Klappentext: Je tiefer das Meer, desto böser die Absichten – turbulente Mörderjagd auf einem Luxusdampfer! Ein Einbruch in einem Museum? Eine Leiche und ein verschwundenes Gemälde? Freya Lockwood kann es kaum erwarten, zusammen mit ihrer Tante Carole den ersten Fall ihrer neuen Detektei aufzuklären. Die Spuren führen sie auf einen Luxusdampfer voller exzentrischer Antiquitätenliebhaber. Dass hier nichts mit rechten Dingen zugeht, wird Freya spätestens klar, als sie die vielen gestohlenen Schätze an Bord entdeckt. Doch wie gefährlich ihre Lage wirklich ist, erkennt sie erst, als sie einen legendären Verbrecherkönig und seine Komplizen konfrontieren muss …
Ich wollte das Buch aufgrund der Kreuzfahrer-Thematik unbedingt lesen. Da kam ich auch gut auf meine Kosten. Die Geschichte ist teilweise doch verworren und langatmig gewesen, die Personen manchmal unübersichtlich (daher unbedingt vorher Band 1 lesen, das macht das bestimmt einfacher). Auch wenn es am Anfang eher langatmig war, konnte ich das Buch gegen Ende nicht mehr weglegen. Durch die teilweise wechselnden Perspektiven (was zu Beginn verwirrend war) war es am Ende dann doch sehr spannend.
„Mörderisch verstrickt“ von Susanne Oswald ist ein Cosy Crime-Roman, der in einem kleinen Ort an der Nordsee spielt. Im Strickladen treffen sich einmal in der Woche vier Menschen um gemeinsam zu stricken. Eines Tages wird aber Anne, Teil dieses Strickclubs, überfallen. Kurz darauf passiert ein Mord. Da die Polizei im Dunklen tappt, ermittelt kurzerhand der Strickclub selbst.
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, auch weil ich den Schauplatz mag und auch den Handarbeitsbezug toll finde (ich stricke zwar nicht, kann mich aufgrund meiner Häkelleidenschaft da aber gut einfühlen). Ganz zu Beginn gibt es ein Kapitel, in dem der Mord und die Geschichte angeteasert wird, das restliche Buch ist dann großteils die Vorgeschichte zu diesem Kapitel. Dadurch gibt es für einen Krimi verhältnismäßig wenig Ermittlungen, weil es eben eine ganze Zeit dauert, bis überhaupt Überfall und Mord passieren. Das macht mir persönlich aber gar nichts aus, weil die Personen sowie das Setting sympathisch sind und das Buch so kurzweilig zu lesen ist.
Am Ende gibt es noch Strickanleitungen, die für Strick- und Lesefans bestimmt ein nettes Extra sind. Wäre es eine Häkelanleitung, hätte ich das sofort nachgemacht. Allein schon, weil ich das Buch eben mochte. Demnächst erscheint der zweite Band. Den werde ich mir auf jeden Fall auch kaufen. In der Zwischenzeit lese ich die Serie rund um den Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald, was wohl die Vorgeschichte zu sein scheint.
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