Vor einiger Zeit wurde ich von der Produktionsfirma Reset Production zum Bee Gees-Musical Massachusetts in die Wiener Stadthalle eingeladen. Ich war gespannt, weil ich nicht wirklich bewusst Songs der Bee Gees kannte. Dachte ich zumindest.

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Am Ende des Abends stellte ich fest, dass ich doch so einiges gekannt hatte.

Auf der Bühne zu sehen waren die Italian Bee Gees und ein paar Darsteller. Gesungen haben nur die Italian Bee Gees, die Darsteller tanzten und brachten die Geschichte mit Sprechtext weiter. Die drei Italian-Bee-Gees-Brüder wirkten unglaublich sympathisch und strahlten eine wahnsinnige Freude beim Spielen der Songs aus.

Die Geschichte begann mit vier Mädels, die sich für einen Disco-Abend stylten. Gemeinsam mit dem Freund des einen Mädels machten sie sich mit dem Auto auf den Weg. Weit kamen sie jedoch nicht, da der Tank des Autos leer war. Bei strömendem Regen stapften sie zum einzigen Haus weit und breit. Der gesamte Beginn der Story erinnerte mich stark an die Rocky Horror Show.

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In dem Haus wohnte ein alter schrulliger Mann, der sie freudig hineinbat. Er entpuppte sich als Erzähler, der in seinem Haus eine Art Privatarchiv über die Bee Gees führte. Über den ganzen Abend verteilt erzählte er der Clique – und somit auch dem Publikum – die Geschichte der Bee Gees.

Zwischendurch wurden immer wieder Songs von den Italian Bee Gees gespielt. Als Highlights traten sogar ein paar ehemalige Originalmitglieder auf. Das Publikum war sichtlich begeistert – einige Lieder waren so mitreißend, dass das Publikum sogar in der biederen Stadthalle vom Sitz aufsprang. Die Stimmung im Saal war also gut, obwohl nicht alle Plätze besetzt waren.

Meine Begleitung war übrigens mein Papa, der sich mit den Bee Gees besser auskennt, als ich. Außerdem interessiert er sich für alles und lebt nach dem Grundsatz „einmal kann man sich alles anschauen“. Er fühlte sich mit dem Bee Gees-Musical in seine Jugend zurückversetzt – laue Sommernächte als Teenager mit den Bee Gees im Radio. So ging es sicherlich anderen im Publikum auch – der Altersschnitt entsprach hier ungefähr dem Alter von meinem Papa.

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Ich persönlich kannte einige Lieder, aber lang nicht alle. Ich hab aber auch die Zeit nicht erlebt und bin nicht mit der Musik aufgewachsen.

Meiner Meinung nach hätte die Musik für den Abend gereicht – die Geschichte wäre nicht unbedingt notwendig gewesen. Die Dialoge waren teilweise etwas platt. Auch war das Musical lang nicht so laut, wie vorab angekündigt. Insgesamt war der Abend relativ lang – man kann einfach nicht alle Hits der Bee Gees in nur einen einzigen Abend packen.

Zum Abschluss sagte mein Papa, dass es ein Abend mit unglaublichen Evergreens war. Ein richtiger Abend für Fans, vor allem durch das sympathische Auftreten der Italian Bee Gees und der ehemaligen Originalmitglieder, wie ich finde.

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