Liebt ihr Schokolade auch so sehr? Ich durfte letztens im Schoko-Wunderland Zotter hinter die Kulissen blicken – und meine Geschmacksnerven kamen dabei wirklich nicht zu kurz. Ich fühlte mich wie in Charlie und die Schokoladenfabrik, weil es so unendlich viel Auswahl gab! Aber lest selbst…

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Laut Homepage dauert eine Betriebsbesichtigung bei Zotter 90 Minuten. Da es aber zusätzlich einen sehr großen Außenbereich gibt, hab ich sicher mehr als das doppelte an Zeit dort verbracht. Zu Beginn gibt’s eine kleine Kinovorstellung im Schokoladentheater. Diese Einführung in den Betrieb dauert rund 25 Minuten, die viel schneller vergehen als gedacht! Der Chef Josef Zotter erzählt seine Geschichte und wie es zur Schoko-Manufaktur kam. In einem zweiten Film macht man einen virtuellen Ausflug nach Belize, wo die Kakaobohnen, das Gold der Maya, herkommen.

Danach geht es aber auch schon ans Probieren: jeder Besucher bekommt einen Verkostungslöffel, mit dem er alles kosten kann, was er möchte. Jeder geht selber, in seinem eigenen Tempo durch die Manufaktur – eine Führung in dem Sinn gibt es nicht. Wer allerdings möchte, kann einen Audioguide mitnehmen und sich passend zu den Stationen Dinge erklären lassen. Da ich für so etwas leider zu ungeduldig bin, hab ich mich beim Rundgang und den 16 Verkostungsstationen voll und ganz auf meinen Geschmack verlassen. (was übrigens kein Fehler war!) Die Produktion ist verglast, sodass man von dem Verkostungspfad immer wieder in Schokokessel schauen konnte.

Zur Manufaktur: Josef Zotter gründetet sie 1987 und produziert mittlerweile mehr als 400 Sorten. 2002 wurde die Manufaktur gänzlich auf Bio und Fair Trade umgestellt. Ihr Konzept Bean to Bar machen nur ganz wenige Schokoladehersteller: von der Bohne zur Tafel Schokolade werden alle Arbeitsschritte in der Manufaktur gemacht. Wusstet ihr, dass Zotter zu den 8 besten Schokoladenmanufakturen der Welt gehört?

Bei den Verkostungsstationen kann man von der Kakaobohne bis zum Endprodukt alles kosten: sämtliche Zwischenschritte, verschiedene Zuckersorten und natürlich Zotters spezielle Schokokreationen. Besonders köstlich fand ich alle Schokoladen mit Frucht oder Karamell, und da gab es wirklich viel Auswahl! Außerdem gibt es eine Station für Trinkschokoladen, wo man auch seine eigene Tafel Schokolade kreieren kann. Bei der Trinkschokolade fand ich vor allem India Masala und Honig Zimt sehr lecker. Am Schluss, wo man eigentlich schon fast gar nichts mehr essen kann, kommt jedoch noch ein Highlight: das Running Chocolate. Das funktioniert wie Running Sushi: man steht an einem Fleck und viele verschiedene Tafeln Schokolade, zerhackt in kleine Stücke, fahren vorbei. Was lecker aussieht, kostet man. Da gab es so viele abgefahrene Sorten, dass ich fast nicht fertig wurde mit dem Kosten. Wer hat denn schon mal Fisch-Schokolade oder Schokolade mit Spargel gegessen?

Im Außenbereich findet ihr den Essbaren Tiergarten, ein Streichelzoo, umgeben von vielen Obstbäumen und Sträuchern, wo man einfach runternaschen kann. Beim Streichelzoo ist auch ein Restaurant, in dem man Bio-Gerichte direkt aus dem Essbaren Tiergarten essen kann. Josef Zotter vertritt hier die Philosophie, dass man dem Essen in die Augen schauen soll, den Tieren und der Natur auf Augenhöhe begegnen soll. Frei nach dem Motto „Erst streicheln, dann essen“ wird den Tieren ein möglichst angenehmes Leben beschert. Und ich sag’s euch: der Streichelzoo ist wirklich ein Erlebnis! Mein Highlight waren die kleinen Schweine, die sofort neugierig zu mir herkamen und meine Zehen abgeschleckt haben.

Ein weiteres Highlight im Garten: der Ideenfriedhof, ein etwas anderer, skurriler Friedhof. Draußen waren eine Menge Grabsteine in Form von Schokoladentafeln, unter denen Sorten „begraben“ wurden, die nicht mehr auf dem Markt sind. Sehr selbstironisch und humorvoll steht bei jeder Sorte ein Kommentar dabei, so etwas wie „Die war echt grauslich“. Was mir hier aufgefallen ist: ich glaube, viele Sorten waren einfach 10 Jahre zu früh dran. Gerade jetzt würde Schokolade mit Avocado und Chia-Samen richtig gut gehen, glaub ich.

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Insgesamt war es ein total netter Ausflug, auch wenn mein Bauch danach extrem Schoko-voll war. Aber ich habe gehört, wer bei Zotter war und nicht überfressen ist, hat etwas falsch gemacht. So gesehen hab ich also alles richtig gemacht. Abgesehen davon, dass die Schokoladenkreationen wirklich lecker waren, fand ich es auch total schön zu sehen, mit welcher Liebe und Überzeugung Josef Zotter und sein Team Schokolade herstellt.

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