Bei den Vereinigten Bühnen Wien ist das Musicalfest, oder der Tag der offenen Tür, im Raimund Theater fester Bestandteil des Saisonauftakts geworden. Vor allem heuer eine super Gelegenheit, das neue Musical Schikaneder zu promoten. Abgesehen von ersten Szenenausschnitten mit Orchester und in vollem Kostüm, die stündlich im Saal zu sehen waren, gab es auch noch andere Dinge, die Groß und Klein am Musicalfest begeisterten.

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Für Kinder war das Musicalfest die perfekte Gelegenheit, sich von echten Maskenbildnern schminken zu lassen. Außerdem gab es Tanzworkshops und jede Menge Luftballons. Für die größeren Fans gab es unter anderem erste Szenenfotos vom neuen Musical Don Camillo und Peppone, das ab Jänner im Ronacher laufen wird. Im ersten Rang war ein Flohmarkt mit Souvenirs von vielen alten Musicals. Hier konnte man zum Beispiel T-Shirts von Mozart!, Tassen aus Sister Act und Programme von Messiah Rocks kaufen. Im 2.Rang hatte jeder die Gelegenheit, in Originalkostüme aus verschiedenen Musicalproduktionen zu schlüpfen. Vor dem Theater gab es einen Fotoautomaten, wo man Erinnerungsfotos an einen schönen Nachmittag machen konnte.

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Am Vorplatz des Raimund Theaters gab es stündlich einen Konzertblock mit vier Musicalstars. Drew Sarich, Marjan Shaki, Ana Milva Gomes und Oedo Kuipers sangen wunderschöne Lieder aus Elisabeth, Tanz der Vampire, Evita und Mozart. Marjan Shaki zeigte auch hier, was für eine wunderbare Evita sie ist. (Näheres siehe hier) Auch Drew Sarich, der endlich wieder in die Rolle des Grafen von Krolock schlüpfte, war sichtlich von seiner neuen Evita begeistert. Er sprühte nur so vor Charme. Etwas außergewöhnlich das Duett von Ana Milva Gomes und Oedo Kuipers aus Elisabeth: Wenn ich tanzen will. Meiner Meinung nach ist Oedo Kuipers fast ein bisschen zu jung für den Tod, aber beide waren stimmlich hervorragend.

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Leider wurde das Konzert, wie schon im Vorjahr auch, von Robert Steiner und Rolf Rüdiger moderiert. Das war lächerlich und hat die Musicallieder völlig unpassend durch den Kakao gezogen. Trotzdem waren es drei gelungene Showblöcke. Insgesamt lohnt sich das Musicalfest jedes Jahr. Es ist einfach eine neue Art den Fans „Danke“ zu sagen, schließlich wird ein Musical nirgends so gehypt wie in Wien.

Was allerdings bei so einem gelungenen Fest die Ratte Rolf Rüdiger zu suchen hat, verstehe ich immer noch nicht. Was hat der denn mit Musicals zu tun? Schlimm genug, dass die Ratte und ihr Moderator Robert Steiner die Musicaldarsteller beim Nivea-Familienfest belästigt haben. Warum aber die beiden auch bei einem eigenen VBW-Fest auftreten müssen und den Sängern und Sängerinnen ins Lied pfuschen müssen, frag ich mich schon seit letztem Jahr. Nicht nur, dass die Darsteller gezwungen waren, Rolf Rüdiger in ihre Lieder einzubauen (Stichwort: Wein nicht um mich, Rolf Rüdiger). Nein, der Moderator war es nicht einmal im Stande, die Namen der Sänger richtig auszusprechen. Es tat richtig weh, wie der Name von Oedo Kuipers verunstaltet wurde. Zugegeben, es ist ein niederländischer Name und er ist nicht ganz leicht auszusprechen. Aber ich glaube nicht, dass Oedo Kuipers den Moderator gefressen hätte, wenn man ihn gefragt hätte wie man seinen Namen ausspricht. Und für einen Moderator, der vor lauter Fans die Künstler ankündigt, gehört es sich schon, zu wissen wie man Namen ausspricht.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf das Musicalfest im nächsten Jahr. Vielleicht kommen die VBW ja zur Vernunft und engagieren dann einen Moderator, der sich besser auskennt. Aber jetzt habe ich erst mal leckere Mirabellenmarmelade gemacht, die ganz gut zu den Ausschnitten aus Mozart! passt. Das verkürzt die Wartezeit bis zum nächsten Musicalfest auch ein bisschen 😉

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