Jedes Jahr warte ich schon ungeduldig auf ein bestimmtes Konzert: Passenger in Österreich. In den letzten Jahren hat es sich immer so ergeben, dass Passenger zumindest einmal im Jahr in Österreich war. Und sein Konzert kann ich einfach nicht auslassen. Also hatte ich natürlich schon ewig mein Ticket für das heurige Konzert zuhause. Er war am 1. Oktober im Wiener Gasometer. Dort hat er schon oft gespielt. Aber eines war trotzdem ungewohnt: er hatte seine Band mit. Bisher kenne ich Passenger nur alleine mit Gitarre. Heuer ist erstmalig eine Vier-Kopf-Band mit ihm auf Tour.

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Ich steh ja eigentlich total auf Sänger mit Gitarre. Aber Passenger steht die Band sehr gut. Seine Musik wirkt irgendwie größer, die Band zeichnet die Musik mit anderen Farben. Es klingt gut, auch wenn er alleine ebenfalls wahnsinnig gut klingt. Aber Band hin oder her, seine  Musik ist einfach schön. Auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen schräg oder kitschig klingt, aber bei seiner Musik habe ich immer das Gefühl, dass sie ohne Zwischenstopp meine Seele berührt. Seine Musik tut einfach gut. Ich finde, seine Musik erzeugt unglaublich starke Filme im Kopf. Er erzählt mit seinen Liedern Geschichten, und das sehr farbenreich.

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Beim Konzert spielte er einen Mix aus alten Sachen und Liedern von seinem neuen Album. Er kam nämlich, wie schon so oft, mit einem neuen Album im Gepäck: young as the morning, old as the sea. Was ich bis jetzt von dem Album gehört habe, gefällt mir sehr. Er enttäuscht seine Fans einfach nicht – seine Musik hat (fast) immer den typischen Passenger-Sound. Eine kleine Ausnahme davon ist zum Beispiel „I hate“ von dem Album „All the little lights“ – das ist übrigens mein Lieblingsalbum von ihm, es war aber auch mein erstes. In dem Lied „I hate“ singt er sich alles von der Seele, was ihn stört. Bei vielen Dingen nimmt er mir da einfach die Worte aus dem Mund. Zum Beispiel, dass Leute für Konzerte bezahlen, aber trotzdem bei jedem einzelnen Lied tratschen. Oder dass Castingsendungen die Musik umbringen.

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Natürlich hat Passenger auch seinen großen Hit „Let her go“ gespielt. Er wurde damit berühmt – und wirkt auf der Bühne deswegen so demütig. Passenger sagt ehrlich, dass „Let her go“ sein größter, und wahrscheinlich einziger Radiohit sein wird, und dass er so unglaublich dankbar ist, dass dieses Lied sein Leben so positiv verändert hat. Das macht ihn für mich so sympathisch. Außerdem erzeugt dieses Lied bei mir immer noch einen richtigen Zaubermoment.

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Insgesamt war es – wie erwartet – ein fantastisches Konzert. Danach habe ich noch, wie andere Fans auch, auf ein Autogramm von ihm gewartet. Als Passenger nach dem Konzert beim Hintereingang vom Gasometer rauskam, nahm er sich Zeit für jeden einzelnen. Er fragte seine Fans wie es ihnen geht und bedankt sich bei jedem, dass er gekommen ist. Mike Rosenberg, der als Passenger auf der Bühne steht, ist also auch abseits des Rampenlichts nett und vor allem nicht abgehoben. Es dauerte zwar ein wenig, bis er endlich rauskam, aber ich wollte unbedingt sein neues Album unterschrieben haben. Apropos neues Album: Wer sanfte Gitarrenklänge genauso liebt wie Ohrwürmer, sollte sich also Passengers neues Album „young as the morning, old as the sea“ einmal durchhören. Vielleicht tut Passenger ja eurer Seele genauso gut wie meiner.

Wer in das Album reinhören möchte, kann sich dieses wunderschöne Video ansehen:

Ich habe mich übrigens von Passenger und seiner Gitarre inspirieren lassen, und ein tolles Regal gebaut. Mehr dazu lest ihr hier.