Herman Van Veen legte einen Stopp mit seiner Tour „Fallen oder Springen“ im Wiener Konzerthaus ein. Ich habe meine Karte im März gekauft, und schon da gab es nur noch wenige. Also war es keine Überraschung für mich, dass sein Konzert schlussendlich ausverkauft war. Ich kenne Herman Van Veen seit ich ein kleines Kind bin, weil er ja Alfred Jodocus Kwak erfunden hat. Der war ein weiterer Held meiner Kindheit. Außerdem hab ich unter anderem mit den Liedern von Herman Van Veen Niederländisch gelernt. Umso größer war meine Freude, dass ich endlich mal ein Konzert von ihm sehen konnte.

14625720_10202660095820914_1111902451_o.jpg

Obwohl ich sein neuestes Album „Fallen oder Springen“ oft gehört habe und die Tour auch danach benannt ist, kannte ich lang nicht alle Lieder die Herman Van Veen an diesem Abend gespielt hat. Aber das machte nichts. Seine Musik ist einfach wunderschön. Und er erzählt damit einfach wunderbare Geschichten. Seine Texte sind melancholisch und trotzdem schafft er es, das Publikum zum Lachen zu bringen. Herman Van Veen ist eben ein poetischer Clown. Zwischen berührenden Liedern erzählt er lustige Geschichten. Er selbst springt und tanzt zu den beschwingteren Liedern herum, als wäre er 30 Jahre alt. Tatsächlich ist er mittlerweile 71 – 50 Jahre davon ist er bereits auf Tour mit seiner Musik. Deshalb sollte es eigentlich auch nicht verwunderlich sein, dass er ein absoluter Vollblutmusiker ist. Ich fand es trotzdem ziemlich beeindruckend, dass er ungefähr alle Instrumente spielt, die auf der Bühne waren. Seine Band besteht aus 6 Musikern, darunter seine Produzentin Edith Leerkes.

14689859_10202660096220924_429474281_o

Das Konzert war bestimmt eines meiner schönsten überhaupt. Es war die perfekte Mischung aus guter Musik (die auch großartig instrumentiert war!) und schönen, zum Teil unterhaltsamen, zum Teil melancholischen Geschichten. Was diesen Abend auch wunderbar gemacht hat, war die Tontechnik im Wiener Konzerthaus. Der Sound war klar und ich konnte (fast) jedes Wort verstehen – war es jetzt Deutsch oder Niederländisch.

DSC_0118.JPG

Ich war so begeistert von diesem Abend, dass ich in der Pause gleichmal den Merchandise-Stand gesucht habe. Das war zwar gar nicht so einfach, aber ich hab ihn dann doch gefunden. Dort hab ich mich dann (oder eigentlich hat ja mein wunderbarer Papa ganz viele Geschenke für mich gekauft) mit tollen CDs eingedeckt. Wer einmal reinhören möchte, schöne Geschichten mit noch schönerer Musik hören möchte, kann das zum Beispiel hier tun:

Herman Van Veens Werk ist unglaublich groß, ich kenne noch lange nicht alle Lieder. Immerhin hat er bis heute fast 140 Tonträger herausgebracht. Zum Glück kommt jetzt der Winter, da ist für mich immer die Jahreszeit für neue Musik. Wenn es draußen kalt und neblig ist, sitze ich gerne im warmen Wohnzimmer und lausche dem großartigen Liedermacher.

Wer also die Möglichkeit hat, Herman Van Veen irgendwann irgendwo live zu sehen, muss diese Möglichkeit nutzen. Unbedingt. Aber eines muss ich euch noch erzählen, damit ihr auch gut vorbereitet seid:

Ich bin ja eigentlich sonst nie geschminkt. Eigentlich. Aber ich dachte, wenn ich schon ins Konzerthaus gehe, dann muss ich mich hübsch machen. Außerdem war ich mit meinen beiden Lieblingsmännern unterwegs, da bin ich schon gern schön zurechtgemacht. Das hätte aber auch ins Auge gehen können. Ich bin ja von Haus aus sehr nahe am Wasser gebaut, aber ich habe noch selten ein so berührendes Konzert erlebt, wie das von Herman Van Veen. Bei ungefähr jedem zweiten Lied hatte ich Tränen in den Augen. Ich weiß eigentlich nicht, warum. Es ist einfach die poetische und melancholische Art, wie Herman Van Veen seine Geschichten verpackt in Liedern erzählt. So etwas habe ich noch selten erlebt. Und das heißt etwas.

Zum Glück war meine Wimperntusche aber eh wasserfest und der Anblick eines Waschbären blieb jedem erspart. Aber fürs nächste Konzert weiß ich: auf Schminke wird verzichtet. Dafür wird ein Extra-Packerl Taschentücher eingepackt. Und das nächste Konzert kommt bestimmt. Vielleicht fahre ich im Februar nach Bregenz, da tritt er wieder auf. Also eigentlich nicht nur vielleicht. Ziemlich sicher sogar.

Nach so einem Konzert, das mich so mitgenommen hat, brauchte ich dringend etwas Süßes. Für die Nerven sozusagen. Also hab ich eine leckere Creme gemacht, die mich auch kulinarisch nach Holland gebracht hat. Das Rezept dazu findet ihr hier.