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Foto von Stephan Doleschal

Heute stelle ich euch ein spannendes Projekt vor. Es heißt „Ghostletters Vienna“. Ghostletters entstehen durch Demontage von alten Geschäftslogos. Sie hinterlassen Spuren von den damaligen Geschäftsportalen. Viele von ihnen sind noch jahrelang im öffentlichen Raum sichtbar. Wenn ihr aufmerksam durch Wien geht, dann fallen euch bestimmt einige auf. Ghostletters machen einen Teil von Wiens Straßenbild aus. Aber mittlerweile veränderten sich die Beschriftungsmethoden, das heißt es werden häufig nur noch Folien geklebt, und keine „richtigen“ Buchstaben verwendet, so wie hier:

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Foto von Stephan Doleschal

Das heißt leider auch, dass diese Ghostletters auf kurz oder lang verschwinden werden. Umso wichtiger ist es, diese Fundstücke der Wiener Geschichte zu bewahren. Der Wiener Grafiker Tom Koch und die Fotografen Daniel Gerersdorfer und Stephan Doleschal haben sich genau das zum Ziel genommen. Sie haben diese Abdrücke vergangener Zeit gesammelt und in dem Buch Ghostletters Vienna veröffentlicht.

Das Buch ist im Falter Verlag vor Kurzem erschienen und nimmt den Leser und die Leserin mit auf eine spannende Spurensuche nach den stolzen Schriftzügen und Geschäftsportalen von früher. Ich finde das wahnsinnig spannend, weil es eine andere visuelle Identität der Stadt Wien zeigt und mich richtig nostalgisch werden lässt. Im Buch findet man nicht nur schöne Fotos, sondern auch Geschichten und neue Wege. Geschichten, die erzählen, was hinter den Fassaden passiert ist. Und Wege, die diesem ganz besonderen Erbe Wiens ein Denkmal setzen sollen.

Wer möchte, kann sich auf der Homepage www.ghostlettersvienna.com über dieses spannende Projekt und das schöne Buch informieren. Das Buch ist auf Deutsch und Englisch geschrieben und ist 160 Seiten dick. Ihr könnt es übrigens direkt im Falter Shop online um 29,90€ bestellen. Auf dem Titelbild seht ihr eine Reklamewand von Kotanyi aus 1963, die durch Abriss temporär freigelegt wurde.

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Letztens war ich wirklich spät dran auf meinem Weg in die Uni und hab einen Weg genommen, den ich sonst nicht nehme. Und plötzlich hab ich auch Ghostletters gesehen: die Reklamewand von Kotanyi. Ist das nicht faszinierend? Wer also jetzt genauso von dem Thema gefangen ist, wie ich, kann ja mal schauen, ob er in seiner Umgebung auch Ghostletters finden kann. Oder ihr setzt euch gemütlich auf die Couch, blättert im Buch und lässt euch so auf eine Reise durch Wien entführen. Am besten mit einer Tasse Tee und leckeren Lebkuchen.