Kennt ihr das? Draußen ist es kalt und neblig aber ihr wollt trotzdem etwas unternehmen? Ich hab letzten Sonntag genau das Gefühl gehabt. Also hab ich meinen Freund geschnappt und wir sind ins Technische Museum Wien gefahren, das uns netterweise eingeladen hat. Ich war schon sehr gespannt, was mich dort erwartet. Obwohl ich in der Nähe von Wien wohne, war ich noch nie im Technischen Museum. Ich hatte also Nachholbedarf.

DSC_0196.JPG

Als wir im Museum ankamen, waren wir erstmal ein bisschen überfordert. 4 Stockwerke mit 11 verschiedenen Ausstellungen. Wir haben uns dann einfach entschieden unten anzufangen und uns hoch zu arbeiten. Das war eine gute Idee, weil so kommt man nicht durcheinander und man sieht auch wirklich alles.

Zuerst waren wir in der ersten Ebene. Rechts war die Ausstellung In Bewegung, wo man vieles ausprobieren konnte. Viele Mitmachstationen waren auf Kinder und ihren Blickwinkel ausgelegt. Auch die Höhe, in der manche Stationen angebracht waren, war auf Kinder abgestimmt. Als Erwachsener musste man sich oft bücken, um die Bewegung eines Vogels durch einen Spalt zu beobachten oder Wissensspiele zu spielen. Spannend war es, eine Achse eines LKWs und eines Zugs mit eigener Kraft ziehen zu können. Auch gab es einen Rollstuhl, mit dem man in einer virtuellen Welt fahren konnte – eine interessante Erfahrung. In dieser Ausstellung gab es auch eine Rohrpost, die man verschicken konnte. Außerdem gab es in der ersten Ebene noch die Ausstellung Natur und Erkenntnis, die weniger auf Kinder ausgerichtet war. Aber auch da gab es viele Dinge zum selber Ausprobieren.

Insgesamt ist viel ausgeschildert und es gibt auch viele Videos zum Anschauen. Ich finde es immer am spannendsten, Dinge selber auszuprobieren, Technik quasi zum Angreifen. Deswegen hab ich auch die Wärmebildkamera im 2.Stock bei den Ausstellungen LOK.erlebnis und Energie ausprobiert. Dort konnte man ein Wärmebildfoto machen, und sich dieses anschließend per Mail zuschicken lassen. Die Ausstellungen im zweiten Stock waren sonst auch mega-spannend anzusehen. Wer weiß schon, wie eine Lok von innen aussieht?

In der dritten Ebene war die Ausstellung Alltag, wo Alltagsgegenstände von früher ausgestellt waren. Sowas find ich immer toll, da bekommt man so ein Gefühl von Nostalgie. Alte Badewannen, Bügeleisen, Küchengeräte – wie ein Ausflug in eine andere Zeit. Außerdem war in der dritten Ebene die Ausstellung In Arbeit, wo wir erst dachten, dass die Ausstellung für Besucher momentan nicht zugänglich ist, da sie eben in Arbeit ist. Aber eigentlich war es eine Ausstellung, die sich mit dem Arbeitsleben der Menschen beschäftigt, wo man in Modellfirmen schauen konnte oder sich Geschichten über den Arbeitsalltag anhören konnte.

Mein Highlight war aber die Ausstellung medien.welten in der vierten Ebene. Klar, ich als Medienstudentin finde das interessant. Von alten Schreibmaschinen über Fotoapparaten und Computer gab es alles zu sehen. Das Medienleben muss damals extrem mühsam gewesen sein, wenn ich mir überlege, was ich alles mit meinem Handy machen kann, wofür man früher einzelne Geräte brauchte. Besonders toll war das ZIB-Studio, in dem man sich als Nachrichtensprecher versuchen und im Nachhinein das Video anschauen konnte. Schade nur, dass ich mir das Video nicht auch per Mail schicken konnte, so wie das Wärmebild. Ebenfalls ein Highlight war die Telegraphenstation. Dort konnte man ein Telegramm nach Triest verschicken. Das war doppelt cool. Erstens, weil ich schon immer mal telegraphieren bzw. morsen ausprobieren wollte und zweitens weil ich Triest sowieso extrem gerne mag.

Wie ihr also lesen könnt, war das Technische Museum definitiv einen Besuch wert. Jetzt aber bin ich ganz schön groggy – so ein Tag im Museum schlaucht ganz schön. Zum Glück wartet zuhause ein lecker Eierlikörguglhupf und eine Tasse Tee auf mich.