Annemieke van Dam mag ich schon seit sie die Elisabeth im gleichnamigen Musical gespielt hat. Jetzt spielt sie die weibliche Hauptrolle im Musical „Chess“ von Benny Andersson und Björn Ulvaeus in Graz. Das musste ich mir natürlich anschauen. Chess wollte ich sowieso schon immer sehen, also bin ich nach Graz gefahren.

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Im Stück geht es, wie der Name schon sagt um ein Schachturnier. Schauplätze sind Meran und Bangkok zur Zeit des kalten Krieges. Die Gegner sind ein amerikanischer und ein russischer Schachspieler. In Graz handelt Chess von zwei Weltmeisterschaften, zwischen denen ein Jahr vergangen ist. Die Handlung variiert jedoch von Inszenierung zu Inszenierung.

Die Musik von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, den beiden Männern von ABBA, hat mir gut gefallen. Sie passt gut zur Handlung, jedoch hab ich zum Teil auf mehr Wumms gehofft. Die Musik gibt viel her, könnte aber teilweise noch stärker sein. Die Sänger sind allesamt sehr solide, ihnen voran aber Annemieke van Dam. Sie war wie gewohnt großartig, sowohl gesanglich als auch schauspielerisch.

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Das Bühnenbild hat mir fast am besten gefallen. Es war nicht nur sehr schön anzusehen und fabelhaft passend zum Stück, sondern hat sich in unerwarteten Momenten in alle möglichen Richtungen verändert. Ich hab ganz vergessen, dass die Bühne der Grazer Oper absolut mit den Bühnen Wiens mithalten kann. Die Bühne dreht und hebt sich in allen Variationen.

Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir die tänzerische Umsetzung der Schachspiele. Während der Spiele der Weltmeisterschaft tanzten weiße und schwarze Tänzer Ballett, was unglaublich schön anzusehen war. Die Kostüme waren nicht nur vom Ballett großartig, sondern auch bei allen anderen Rollen passend für die 70er Jahre.

Der einzige Schwachpunkt an diesem Theater-Abend war jedoch die Soundtechnik. Obwohl ich sehr gute Karten hatte, hab ich nur wenig vom Text verstanden. Musik und Gesang ist Großteils zu einem einzigen Soundteppich verschwommen. Die Handlung hab ich zwar auch so verstanden, aber es war trotzdem ziemlich mühsam, weil man sich sehr konzentrieren musste auch nur ein paar Wortfetzen zu verstehen.

Nichtsdestotrotz war es ein gelungener Musicalbesuch. Hätte ich die Garantie, dass es das nächste Mal wortdeutlicher wäre, würde ich mir Chess in Graz sofort noch einmal anschauen. Und das nicht nur wegen Annemieke van Dam.