Mit dem Musical „Luna“ ist Rory Six bei der Welturaufführung am 21.11.2016 in der Burg Perchtoldsdorf ein ganz großer Wurf gelungen. Rory Six lässt mit bezaubernder Musik und einer berührenden, poetischen Geschichte einen ganz großen Stern am Musicalhimmel aufgehen, der hoffentlich bald wieder auf einer Bühne leuchten darf.

In „Luna“ geht es um einen Prinzen, der heiraten soll um sein Königreich weiterführen zu können. Doch er verliebt sich nicht in eine Frau, sondern in den Mond. So nimmt das Märchen seinen Lauf.

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So wie „Luna“, so soll Musical für mich sein: wunderschöne Musik, großartige Darsteller und ein paar Tränen, die im Publikum vergossen werden. In meinem Fall waren es einige viele Tränen. Aber mehr braucht ein Musical nicht. Naja, okay, eine gute Soundmischung von Anfang an wär noch schön gewesen, aber das Problem wurde zum Glück gleich gelöst. Ich finde, es war egal, dass es nicht gänzlich inszeniert war und die Darsteller zum Teil mit ihren Textbüchern auf der Bühne standen.

Die Musik und die notwendige Emotion kamen auch so beim Publikum an. Das Publikum in der ausverkauften Burg Perchtoldsdorf war übrigens begeistert, so wie ich. Begeistert, von Rory Sixs wunderschöner Musik. Schon als die ersten Klaviertöne erklangen, wusste ich, es wird mich verzaubern. Ein kleines Orchester spielte live unter der Leitung von Rory Six. Ebenfalls für Begeisterung sorgten die Darsteller. So viele Größen der Branche sieht man selten alle gemeinsam in einem so tollen Stück.

Drew Sarich als melancholischer Prinz Alvar, der sich in den Mond verliebt, lieferte wie gewohnt eine großartige Leistung. Sein trauriger Blick, die Töne, die gefühlvoll aus seinem Mund kamen – ich war hin und weg. Cale Kaley war der schönste Mond, den man sich vorstellen kann. Ich wusste nicht, dass der Mond so berührend tanzen kann. Ana Milva Gomes als ungeliebte Prinzessin war sowohl gesanglich, als auch schauspielerisch sehr stark. Jacqueline Braun spielte die gefühllose, strenge Mutter und Königin wahnsinnig überzeugend. Riccardo Greco als Prinz Finn, Bruder von Alvar, spielte gemeinsam mit Barbara Obermeier als Nora ein romantisches und immer wieder witziges Liebespaar. Rory Six hätte keine bessere Besetzung für sein Meisterwerk finden können.

Alle gemeinsam machten für mich den Abend einzigartig und unvergesslich. Ich bin stolz, bei dieser Uraufführung dabei gewesen zu sein. „Luna“ ist meine persönliche Musicalentdeckung des Jahres. Ich bin gespannt, wo es dieses unglaubliche Stück noch hin verschlägt. Ich hoffe, ich werde es noch oft sehen. Rory Six hat sich jedenfalls wahnsinnig viel Erfolg damit verdient.

Nach so einem Musicalabend ist es für mich schwer, wieder in den Alltag zurückzufinden. Aber das macht nix. Ich schweb gerne auf meiner Wolke voll Musik. Denn wer ein Schloss aus Wolken baut, der hat die Hoffnung nicht aufgeben. Hoffnung auf eine weitere Vorstellung von „Luna“.