Euch geht langsam das Programm für kalte, ungemütliche Sonntage aus? Ich hab da vielleicht eine Idee für euch: ein Besuch im Haus der Musik in Wien. Ich war letztens dorthin eingeladen und erzähl euch mal, was euch dort so erwartet.

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Das Haus der Musik im 1.Wiener Bezirk erwartet seine Besucher schon mit sehr unterhaltsamen Stiegen, wenn man hineinkommt. Die Stiegen nennen sich „Stairplay“, jede Stufe spielt einen Ton, wie auf dem Klavier. Da bin ich gleich mal ein bisschen hängengeblieben und wie wild auf und abgesprungen. Weiter geht’s dann in das Stockwerk der Philharmoniker, wo man seinen eigenen Walzer erwürfeln kann und das Neujahrskonzert in einem Kino anschauen kann. Auch das Sommernachtskonzert hab ich dort gesehen. Da hab ich gleich Lust drauf bekommen, beim nächsten Konzert live in Schönbrunn dabei zu sein.

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Der zweite Stock beginnt mit einem Raum, der dem Mutterleib mit Geräuschen und Licht nachempfunden ist. Ich kann mir nur schwer vorstellen, es da neun Monate ausgehalten zu haben. Der ganze Stock dreht sich um das Hören, den Klang und die Wahrnehmung von Geräuschen. Es gibt viel zum selber Hören: Geräusche, menschliche Laute und Instrumente. Auch eine übergroße Trommel gab es da zum Ausprobieren. Interessant, was man hört, wenn man sich mal nur auf diesen Sinn konzentriert, der sonst nur nebenbei gebraucht wird.

Im dritten Stock trifft man die großen Meister der klassischen Musik. Für viele Komponisten gibt es da einen eigenen Raum, was wirklich sehr schön hergerichtet ist. Gleich zu Beginn dieses Stockwerkes sieht man die Köpfe der Komponisten als Hologramm, was ich sehr beeindruckend fand. Im Raum über Mozart kann man sich seinen Namen als Noten darstellen und vorspielen lassen. Außerdem gibt es ein Bild, wo Mozart wie in einem Spiegel meine Gesichtsbewegungen nachmacht. Das war sehr lustig. Im Beethoven-Raum ist sogar seine originale Totenmaske ausgestellt. Außerdem gibt es eine Zeittafel, wo man hören kann, wann er wie taub war. Natürlich wusste ich, dass Beethoven taub wurde, aber sich das so zu verdeutlichen, ist schon spannend. Mir war nicht ganz bewusst, wie mühsam das Leben für ihn gewesen sein musste.

Ein absolutes Highlight war am Schluss der großen Meister zu finden: das Dirigieren der Wiener Philharmoniker auf einer Leinwand. Dort kann man ein Musikstück auswählen und anschließend dirigieren. Stellt man sich da sehr blöd an, steht ein Musiker sogar auf und sagt, dass man mit so einem Dirigenten, der nur herumfuchtelt, nicht arbeiten kann. Da hab ich Tränen gelacht. Ich hab mich dann aber doch zusammengerissen und gescheit versucht zu dirigieren. Das war eine spannende Erfahrung.

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Insgesamt war vieles sehr interaktiv, was dann wohl für Groß und Klein spannend ist, weil man viel selber ausprobieren kann. Es gibt jedoch relativ viel zu lesen, was für mich fast schon zu viel war. Aber das hat Familien nicht abgehalten, mit ihren Kindern zu kommen. Also falls ihr es gerne ruhiger im Museum habt, vermeidet den Sonntagvormittag.