Letzte Woche konnte man fünf Vorstellungen des Kammermusicals „The Last Five Years“ von James Robert Brown im Wiener Brick 5 mit Drew Sarich bewundern. Das Zweipersonenmusical sollte mit Drew Sarich und seiner Frau Ann Mandrella aufgeführt werden. Aber das menschliche Immunsystem ist ein mieser Verräter, Ann ist ausgefallen.

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Kurzfristig konnte Caroline Frank als Ersatz organisiert werden, die großartig war. Schade nur, dass Drew und Ann nicht endlich gemeinsam ein Stück spielen konnten.

Über „The Last Five Years“ kann ich sagen, dass ich es nicht kannte, ich mich aber letzte Woche zunehmend verliebt habe. Es erzählt die Geschichte eines Künstlerpärchens, wie es sich kennenlernt, heiratet und sich schließlich scheiden lässt. Jamie, in dem Fall der wunderbare Drew Sarich, erzählt die Geschichte von Anfang bis Ende. Cathy genau umgekehrt. Das Musical ist schön und traurig zu gleich. Vor allem mit Drew Sarich, der so glaubwürdig spielt, dass man gleich mit ihm mitleiden könnte. Aber auch Caroline Frank war eine überzeugende Cathy. Die beiden schafften es, ohne große Inszenierung und Kostüme, Bilder zu schaffen wie in einem Film. Vor allem im Lied um Schmuel, quasi einer Geschichte in der Geschichte, lief vor meinen Augen regelrecht ein Film ab.

Aber nicht nur die beiden (und einzigen) Darsteller in „The Last Five Years“ waren großartig, auch die drei Musiker. Birgit Zach, Sarah Grubinger und Matthias Bartolomey sorgten mit Klavier, Geige und Cello für wahre Wohlklänge.

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Am letzten Abend wurden „The Last Five Years“ aber zu „Almost five years“: mittlerweile war auch Caroline Frank erkrankt, sodass Drew alleine spielen musste. So hat er nur seine Lieder gesungen und im Anschluss noch ein Konzert mit eigenen Songs gegeben – ich sags euch, das war eine Überraschung! Dass ich so spontan zu einem Drew-Konzert komme war der Wahnsinn. Drew meinte scherzend es gibt an diesem Abend kein „The Last Five Years“ sondern „The last man standing“, weil alle Damen um ihn herum krank geworden waren.

Dass Drew alleine gespielt hat, hat auch so nicht viel gemacht, weil er sowieso Energie für zwei hatte. Er füllte den Raum mit seiner Stimme und seinem Schauspiel, das war unglaublich. Ich find es immer wieder beeindruckend, was man auf einer Bühne mit nur ganz wenigen Mitteln machen kann. In Wahrheit braucht es nur ein berührendes Stück, ausgezeichnete Sänger und Musiker – also alles, was „The Last Five Years“ vergangene Woche geboten hat.