Ich war heuer zum ersten Mal in meinem Leben bei Holiday on Ice – aber sicher nicht zum letzten Mal! Meine Erwartungen waren nicht so megahoch, obwohl ich als Kind immer gerne Eiskunstlauf im Fernsehen angeschaut habe. Aber wie man einen ganzen Abend mit Eislaufen füllen kann, konnte ich mir nicht so ganz vorstellen. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt, denn es war wirklich beeindruckend.

Die Geschichte, die erzählt wurde, war eigentlich mehr eine Rahmenhandlung: eine moderne Romeo-und-Julia-Story. Von einem Mann, der in einer Fabrik arbeitet und einer Frau, die aus der reichen Gesellschaft kommt, die sich kennenlernen, verlieben, den Meinungen anderer trotzen und schließlich die beiden Klassen versöhnen. Aber wie gesagt, das war eigentlich Nebensache. Weil die Eiskunstläufer haben derart viel geboten, dass ich mit dem Schauen gar nicht nachgekommen bin.

Bei Gruppenchoreografien fand ich es wahnsinnig beeindruckend, wie synchron alle sind. Und bei den Solisten und Pas De deux-Choreografien war es Wahnsinn, was sie alles können. Auch wenn es den ein oder anderen Sturz gab, lenkte das nicht vom Gesamtbild ab. Zum Teil hielt der Mann seine Partnerin – während dem Eislaufen natürlich! – nur mit einer Hand auf seiner Schulter fest, die Dame turnte dabei herum ohne sich überhaupt festzuhalten. Ebenfalls sehr sehenswert waren die unzähligen Salti, die die Eiskunstläufer ohne Sturz gemacht haben. Ein Salto ist ja auf normalem Boden schon nicht einfach. Aber wenn du aufkommst auf einem Boden, wo du jederzeit davon schlittern könntest, ist das nochmal eine Nummer ärger.

dsc_0009

Und dann erst die Kostüme: die Damen legten waghalsige Akrobatik-Figuren aufs Eis, ohne jeglichen Schutz. Ein Kleid war kürzer als das andere. Das war natürlich sehr schön anzusehen, aber wenn ein grober Sturz passiert wäre, wäre das gewesen, als hätte sie gar nichts an. Die Männer hatten, glaub ich, wenigstens Knieschoner unter ihren Hosen.

Im zweiten Teil der Show, der übrigens aufregender war als der erste, weil ich mit dem Schauen noch weniger nachgekommen bin, war noch eine Poledancerin zu Gast. Auch das war wahnsinnig schön anzusehen. Unglaublich, wie leicht und unanstrengend das aussieht. Sie und ihre Stange wurden vom einem Regen, der in Mustern von der Decke fiel, eingerahmt.

Das Highlight war dann aber doch der Bolero, den die beiden Hauptdarsteller tanzten. Dafür hingen zwei Vertikaltücher von der Decke, die die Eiskunstläufer in ihre Choreografie einbauten. Das war derart schön anzusehen, dass es fast schade war, dass die Show kurz danach aus war.

Generell war es ein sehr eindrucksvoller Abend. Die Eiskunstläufer haben wirklich meinen Respekt, weil es wahnsinnig ist, was sie alles können. Ich kann ja nicht mal richtig rückwärts eislaufen. Auf jeden Fall werde ich nächstes Jahr wiederkommen, einfach weil es so schön und beeindruckend war.