Die jährlichen Osterfestspiele der Vereinigten Bühnen Wien haben mich wieder für eine Woche im Ronacher gefesselt. Die Woche ist noch nicht ganz vorbei – zum Glück. Mein Fazit kann ich euch aber trotzdem schon mal verraten.

(c) VBW/HerwigPrammer
(c) VBW/HerwigPrammer

Heuer wurde die Jesus Christ Superstar-Produktion, die bereits vor zwei Jahren gespielt wurde, wieder gezeigt. Inszeniert von Werner Sobotka und unter der musikalischen Leitung von Koen Schoots präsentierte sich das Musical in einer semi-konzertanten Fassung genauso, wie es sein soll.

Das größte Highlight der ganzen Produktion war – wie erwartet – natürlich Drew Sarich als Jesus. Ich hab ihn schon so oft in der Rolle gesehen, bin aber trotzdem jedes Mal wieder zu Tränen gerührt. Er singt und spielt einfach unglaublich, was dann auch mitten im Stück nach dem Lied Gethsemane mit Standing Ovation belohnt wird. Und das jeden Abend.

Marjan Shaki als Maria Magdalena war gesanglich top. Ihr Kostüm war dasselbe wie aus der Produktion vor zwei Jahren. Da spielte Nadine Beiler die Maria Magdalena. Leider erinnerte mich das Kostüm am ersten Abend daran, was schade war. Marjan Shaki war nämlich viel besser.

(c) VBW/HerwigPrammer
(c) VBW/HerwigPrammer

Judas wurde von Sasha Di Capri gespielt. Schauspielerisch hat er mir gut gefallen, jedoch hat er mir teilweise zu viel geschrien und zu wenig gesungen. Auch der Text war zum Teil nicht deutlich zu verstehen. Als Widersacher passte er aber gut.

Mark Sampson spielte den koksenden Kaiphas mit einer beeindruckenden tiefen Stimme. King Herodes, gespielt von Andreas Lichtenberger, badete sogar im Pool. Der Pool war der umfunktionierte Fluss aus Don Camillo und Peppone, was natürlich super gewirkt hat. Marc Clear spielte und sang den Pilatus sehr überzeugend. Das Ensemble zeigte einige mitreißende Tanznummern und brillierte auch gesanglich.

Was natürlich noch fehlt: das Orchester. Für mich einer der wichtigsten Bestandteile der Wiener Musicaltheater, lieferte eine erwartet großartige Leistung. Im Arrangement und unter der Leitung von Koen Schoots war es einfach rockig und toll.

Für mich braucht Jesus Christ Superstar nicht mehr – reduzierte Kulissen und Kostüme, ein großes Orchester und natürlich Drew als Jesus. Auch auf die teilweise plakativen Projektionen im Hintergrund hätte ich verzichten können. Die Künstler und Künstlerinnen leisteten so viel, dass alles andere unwichtig ist.

So, und wenn ich euch jetzt Lust gemacht hab, tut es mir leid. Die Vorstellungen sind schon lange ausverkauft, aber vielleicht könnt ihr es für nächstes Jahr im Auge behalten.

(c) VBW/HerwigPrammer
(c) VBW/HerwigPrammer