Seit Wochen freute ich mich über die Einladung – gestern war es endlich soweit: das CraftCamp 2017 Erlebnis:Handwerk im Himmelkeller in Kronberg fand statt. Niederösterreichische Handwerksbetriebe stellten ihre Kunst vor – und wir durften in Workshops alles ausprobieren.

Der Tag begann mit einem leckeren Brunch, wo sich bei Tee, Kuchen und Weckerl gleich die ersten Gespräche ergaben. Außerdem blieb Zeit, die schöne Location zu erkunden. Das Museum Himmelkeller in Kronberg ist echt malerisch – ein Weinviertler Gesamtkunstwerk wie sie sich selbst bezeichnen.

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Nach der „offiziellen“ Begrüßung ging es auch gleich los mit dem ersten Workshop. Insgesamt war es gar nicht so leicht, sich für etwas zu entscheiden. Die Auswahl war zwar nicht so groß, aber irgendwie klang alles so interessant. Meine erste Wahl fiel dann auf den Bäckermeister Philipp Stoiber, der uns mit viel Spaß an seinem Handwerk zeigte, wie man Mohnflesserl, Salzstangerl und Nusskipferl macht. Begonnen hat er mit etwas Einfachem: Dinkel-Chia-Weckerl. Hier mussten wir den Teig einfach nur zweimal um sich selbst drehen und fertig war es. Doch ein Salzstangerl oder gar ein Semmerl ist weitaus schwieriger: mit viel Geduld zeigte Philipp uns wieder und wieder wie es geht. Mohnflesserl hingegen war wieder einfacher – wusstet ihr aber, dass das gar nicht aus drei Strängen geflochten wird, sondern nur aus einem? Meine große Erkenntnis des Tages. Auch das Striezelflechten sah beim Bäckermeister einfacher aus, als es war. Nichtsdestotrotz bin ich ein bisschen stolz auf meinen Striezel.

Nachdem wir zwei Stunden gebacken haben, ging es zum Mittagessen. Bei einem leckeren Buffet blieb sicher niemand hungrig – ich war das leider sowieso nicht, da ich schon vorab beim Backen so viel genascht hatte. Aber es war einfach zu gut!

Auch beim ersten Nachmittagsblock war es nicht einfach, sich für einen Workshop zu entscheiden. Eigentlich wollten wir von allem ein bisschen etwas mitbekommen, aber irgendwie sind wir dann doch bei Fotograf Markus Hofstätter und seiner historischen Kollodiumnassplattenfotografie hängen geblieben. Dieses Wort war mir viel zu sperrig, deswegen zeig ich euch jetzt mal in Bildern, was er gemacht hat.

Fotos machen mit handausgelöstem Blitz und ohne Auslöser – es wurde einfach ein schwarzes Rohr vom Objektiv genommen und wieder draufgestülpt. Entwickeln mit selber hergestellten Chemikalien – das hatte schon was. Und Markus Hofstätter ist so mit Liebe bei der Fotografie, das war einfach ansteckend. Mein neues Profilbild ist übrigens auch von ihm – findet ihr es genauso großartig wie ich?

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Vorm nächsten Block konnten wir noch ganz kurz dem Fassbinder Gerhard Benninger und Tischlermeister und dem Motorsägenschnitzer Stefan Stadler über die Schulter schauen. Sehr beeindruckend.

Den letzten Workshop besuchten wir bei Maßschneiderin Eva Maria Handl-Lagler, die mit uns einen Sommerrock nähte. Das Ergebnis sah unglaublich toll aus und das, was die Schneiderin tat, wirkte so einfach. War es aber gar nicht. Eigentlich hab ich schon mal genäht, aber eine Overlock-Maschine ist mir dann doch zu arg gewesen. Zum Glück stand uns die Schneiderin mit Rat und Tat zur Seite, sonst wäre mein Rock wohl niemals fertig geworden.

Alles in allem war es ein wirklich schöner Tag mit netten Leuten, coolem Handwerk und so viel Kreativität. Ich hoffe, nächstes Jahr gibt’s wieder ein CraftCamp!