Könnt ihr euch daran noch erinnern? In der Schulzeit hatte jedes Kind ein Freundebuch, das einmal in der Klasse herumgereicht wurde. Jeder durfte seine liebsten Hobbies, seine Lieblingsfarbe und seinen schönsten Urlaub darin verewigen, klebte noch ein Foto rein und schon war der nächste dran. Noch heute sehe ich mir diese Bücher gerne an. Es ist lustig zu lesen, was man selber und auch seine Freunde hineingeschrieben haben.

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Ein Team aus Berlin hat diese Idee wieder aufgegriffen und ein neues Projekt ins Leben gerufen: Das Buch der Freunde. Das ist ein Freundebuch, das genauso funktioniert wie das aus der Schulzeit. Mit dem kleinen Unterschied, dass es für erwachsene Menschen gedacht ist.

Das Buch ist in A4-Größe und bietet Platz für 15 Freunde oder Freundinnen. Es ist in graues Leinen eingebunden. Goldene Buchstaben darauf beschreiben, was es ist: das Buch der Freunde. Rund herum ist ein langes, braunes Lederband gewickelt. Von diesem soll sich jeder, der sich in das Buch einträgt, ein Stück als Armband abschneiden. So verbindet auch das Band der Freundschaft alle, die in diesem Buch verewigt sind.

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Für jede Person, die sich in dem Buch eintragen darf, ist eine Doppelseite vorgesehen. Diese Doppelseite bietet auch Platz für ein Foto, eine Zeichnung von einem Tier und ein Lieblingsrezept. Welches Tier die Person zeichnen muss, variiert von Seite zu Seite. Die restlichen Fragen bleiben gleich. Die auszufüllenden Kästchen sind teilweise gar nicht so einfach zu beantworten. So etwas wie „Wunschsternzeichen“ zum Beispiel ist sicherlich etwas, worüber sich noch nicht viele Gedanken gemacht haben.

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Was ich gut finde, ist, dass in dem Buch immer wieder Fragen in Bezug auf den Besitzer gestellt werden. Das sind Fragen wie „Das habe ich gedacht, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind“, oder „Was ich an dir liebe“.

Das Buch der Freunde eher schlicht designt. Die Fragen sind in rechteckigen Kästchen, die gleichzeitig Platz für die Antwort bieten. Alle Seiten sind gleich aufgebaut, dazwischen gibt es keine „kitschigen“ Details. Ab und zu ziert ein schwarzes Herz die Kästchen.

Zuerst dachte ich, dass hier viel zu wenig Platz für Freunde ist. Ich erinnerte mich an die Schulzeit, in der ungefähr jeder in mein Freundebuch schreiben durfte. Da war sicherlich Platz für mehr als 40 Freunde. Sich als erwachsener Mensch auf nur 15 zu beschränken, stellte ich mir schwierig vor. Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, dass es gar nicht so einfach ist, das Buch voll zu bekommen. Je älter man wird, desto enger werden die Freunde – und auch irgendwie weniger. Mein Buch der Freunde ist noch nicht voll, ich überlege bei jedem Einzelnen.

Ich find es schade, dass am Buchrücken nicht steht, um welches Buch es sich handelt. Steht das Buch der Freunde im Regal, so kann man nicht auf einem Blick lesen, was das für ein Buch ist. Auch fehlt mir eine Seite, die der Besitzer des Buches ausfüllen kann. Zwar kann der Besitzer sich auf einer der ersten Seiten als „dieses Buch gehört:“ eintragen, aber ich fände es schon auch ganz cool, wenn er genau wie seine Freunde auch eine Seite ausfüllen könnte.

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Nichtsdestotrotz ist das Buch eine super Gelegenheit mal mehr über seine Freunde zu erfahren. Klar weiß ich, was meine beste Freundin gerne isst. Aber ihr Lieblingsrezept? Oder in welchem Film sie gerne leben würde? Auch spannend: die Frage „das wollte ich dich schon immer mal fragen“ bietet bestimmt Stoff für die ein oder andere spannende Unterhaltung.

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