Heute Vormittag ging der Österreichische Musiktheaterpreis in der Wiener Volksoper über die Bühne. Initiator und Präsident Karl-Michael Ebner und Vorstand Daniel Serafin luden zur Matinee mit musikalischen Highlights und der großen Verleihung ihres Musiktheaterpreises. Das Haus war voll mit zahlreichen Größen der Österreichischen Musiktheaterszene. Insgesamt wurden Preise in 17 Kategorien vergeben.

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Heuer fand der Österreichische Musiktheaterpreis bereits zum 5.Mal statt, zum ersten Mal jedoch in der Wiener Volksoper. Die Preisträger werden von einer internationalen Jury ermittelt. Die Statuen, die verliehen werden, sind Papagenos in goldener Bemalung, hergestellt von der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten.

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Die Matinee moderierte Christoph Wagner-Trenkwitz höchst unterhaltsam und schlagfertig. Es spielte das Orchester der Wiener Volksoper unter der Leitung von Lorenz C. Aichner. Aufgetreten sind unter anderen der Chor der Volksoper mit einem wahnsinnig stimmgewaltigen „O Fortuna“, die Wiener Sängerknaben und René Pape.

Die Preisträger

Heuer ausgezeichnet wurde Anna Brull als bester weiblicher Nachwuchs für die Rosina im Barbier von Sevilla in der Oper Graz, Michael Hauenstein als bester männlicher Nachwuchs für Timur in Turandot im Tiroler Landestheater, Heinz Hauser und Gera Graf für die beste Ausstattung in Die Sache Markopulos im Tiroler Landestheater und Mei Hong Lin für die beste Ballettproduktion Schwanensee im Landestheater Linz. Den Preis für die beste weibliche Nebenrolle erhielt Elsa Benoit als Micaëla in Carmen am Stadttheater Klagenfurt, die Kategorie beste männliche Nebenrolle gewann Wilfried Zelinka als Grigoris in Die griechische Passion an der Oper Graz. Die Produktion Die griechische Passion erhielt auch noch den Preis für die beste Regie durch Lorenzo Fioroni sowie die beste Gesamtproduktion. In der Kategorie beste musikalische Leitung gewann Alfred Eschwé für Fürst Igor an der Volksoper Wien. Den „Kronen Zeitung“ Musical-Preis, der als einziger per Publikumsvoting entschieden wurde, gewann Drew Sarich. (Ihr könnt erahnen, wie sehr ich mich für ihn freue!)

Als bestes Festival wurden die Tiroler Festspiele Erl ausgezeichnet, der Preis für den besten Chor ging an den Chor der Volksoper Wien. Heuer erstmalig vergeben wurde der Off-Musiktheaterpreis, und zwar an das sirene Operntheater für die Produktion Chodorkowski. Als beste männliche Hauptrolle wurde Volksoperndirektor Robert Meyer für Don Quixote im Mann von La Mancha an der Volksoper geehrt, die beste weibliche Hauptrolle ging an Hailey Clark für die Alma in Brokeback Mountain am Salzburger Landestheater. Der ORF III Medienpreis wurde an Kammersänger René Pape verliehen. Den letzten Preis der Gala erhielt Grace Bumbry für ihr Lebenswerk. Die mittlerweile 80-Jährige wurde 1961 durch ihre „schwarze Venus“ in Richard Wagners Tannhäuser an den Bayreuther Festspielen international bekannt.

Die Preise wurden im Bühnenbild von Vivaldi, genauer gesagt auf der Goldoni-Bühne, unter anderem von Musiktheatergrößen wie Maya Hakvoort, Uwe Kröger, Marika Lichter, Sissy Strauss, Robert Meyer, Barbara Rett und Daniel Serafin vergeben. Insgesamt war es eine sehr kurzweilige Matinee.

Die Preise wurden relativ zügig übergeben, die Dankesreden waren nicht zu lange und zwischendurch gab es großartige Musikbeiträge zu sehen und zu hören. Obwohl es ein Musiktheaterpreis ist, ist das Musical noch immer unterrepräsentiert. Umso mehr freut es mich, dass Drew Sarich in der Kategorie Musical gewonnen hat. Nichtsdestotrotz ist der Österreichische Musiktheaterpreis ein wichtiger Preis, der großartige Künstler auszeichnet. Denn, so wie Drew es in seiner Dankesrede gesagt hat: Musiktheater rettet uns in den schwierigen, verzweifelten Zeiten und ist deshalb meiner Meinung wirklich wichtig.

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Nächstes Jahr wird der Österreichische Musiktheaterpreis in Graz verliehen.