Hochzeitsspezial: Heute stelle ich euch einen Ratgeber vor, der sich vor allem an Trauzeugen richtet. Das Buch „Wer hat eigentlich die Ringe?“ von Thomas Sünder gibt Tipps vom Profi, damit eben niemand die Ringe vergisst und auch keine anderen Pannen passieren.

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Auch wenn die Covergestaltung nicht unbedingt mega ansprechend ist, finde ich den Titel umso gelungener. Er zaubert einem gleich ein verschmitztes Lachen auf die Lippen, weil man sich vorstellen kann, was alles so bei einer Hochzeit schiefgehen kann. Wobei eigentlich: während dem Lesen kommt man drauf, dass man vielleicht doch nicht ganz so viele Pannenmöglichkeiten erwartet hätte.

Thomas Sünder ist Hochzeits-DJ und weiß, wovon er spricht. Er hat in 12 Jahren über 500 Hochzeiten betreut und Brautpaare bei der Planung unterstützt. Er selbst ist verheiratet und hat schon ein anderes Buch zum Thema Hochzeit veröffentlich: Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen (ein ebenso großartiger Titel, wie ich finde), Tipps vom Profi für die perfekte Hochzeitsfeier. Während dieses Buch sich vorwiegend ans Brautpaar richtet, spricht „Wer hat eigentlich die Ringe?“ ja die Trauzeugen an. Wer also Trauzeuge ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Und wer Braut oder Bräutigam ist, sollte dieses Buch seinen Trauzeugen am besten schenken. Dann kann auch (fast) nichts mehr schiefgehen.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben – es hat ein bisschen was von einer Pannenshow. Eigentlich weiß man, dass es nicht lustig ist – in den meisten Fällen vor allem für das Brautpaar nicht – findet es aber (leider) trotzdem lustig. Enthalten sind viele Anekdoten, die gut illustrieren, an was man als Trauzeuge alles denken muss. Nämlich nicht nur an die Ringe.

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Das Buch ist in 6 Teile geteilt, und enthält insgesamt 30 Hochzeitssünden. (wie passend, dass der Autor Sünder heißt…) Die einzelnen Teile sind nach Ablauf sortiert. Man kann also ganz entspannt von vorne nach hinten lesen und vielleicht nebenbei gleich den Ablauf der Hochzeit in echt erleben. Wer aber ein trockenes Buch mit Listen erwartet, die er abhaken kann, hat sich getäuscht. Kurze Geschichten werden erzählt, ohne dabei auf den Humor zu vergessen. Schließlich kann man aus Fehlern wunderbar lernen. Und wenn man von ihnen liest, braucht man sie gar nicht erst zu machen.

Trotzdem gibt es immer wieder kleine Listen, wie zum Beispiel 5 Dinge, die ihr bei der Organisation eines kollektiven Geschenks beachten solltet, oder die 5 wichtigsten Eigenschaften eines Zeremonienmeisters. Im Anhang vom Buch findet man einen Beispiel-Ablaufplan, den ich persönlich sehr hilfreich finde. Er macht es den Trauzeugen viel einfacher, den Tag auch gut zu planen. Wichtige Dinge sind unterstrichen, sodass man sie auch ja nicht vergisst.

Fad wird einem also bei dieser Lektüre bestimmt nicht. Ich empfehle allen Brautpaaren jedoch, die Trauzeugen gut auszusuchen, manche könnten nach dieser Lektüre verschreckt sein. Man liest nämlich, dass man als Trauzeuge so einiges falsch machen kann. Für dieses Amt muss man nämlich weit mehr können, als nur eine Unterschrift richtig zu setzen.

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