Mein nächstes Buch auf der Liste der Sommerlektüre heißt „Die Eismacher“ von Ernest van der Kwast. Auch dieses Buch spielt teilweise in Italien, weswegen es gleich im Koffer für den Urlaub landete.

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Das Buch „Die Eismacher“ von Ernest van der Kwast ist fast 400 Seiten dick und auf Niederländisch erschienen. Die deutsche Übersetzung, unterstützt vom Nederlands Letterenfonds, stammt von Andreas Ecke und ist vom btb Verlag erhältlich.

Im Einband steht als Zusammenfassung folgendes: Im Norden Italiens, inmitten der malerischen Dolomiten, liegt das Tal der Eismacher, in dem sich die Einwohner auf die Herstellung von Speiseeis spezialisiert haben. Giuseppe Talamini behauptet gar, die Eiscreme wurde hier erfunden. Und er muss es wissen, schließlich haben sich die Talaminis seit fünf Generationen dieser Handwerkskunst verschrieben. Jedes Jahr im Frühling siedeln sie nach Rotterdam über, wo sie während der Sommermonate ein kleines Eiscafé betreiben. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: zartschmelzendes Grappasorbet, sanftgrünes Pistazieneis, zimtfarbene Schokolade. Dennoch beschließt Giovanni, mit der Familientradition zu brechen, um sein Leben der Literatur zu widmen. Denn er liebt das Lesen so sehr wie das Eis. Bis ihn eines Tages sein Bruder aufsucht: Luca, der das Eiscafé übernommen hat, ist inzwischen mit Sophia verheiratet, in die beide Brüder einst unsterblich verliebt waren. Und er hat eine ungewöhnliche Bitte.

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Insgesamt ist das Buch eine nette Familiengeschichte, die in zwei meiner liebsten Länder spielt: in Italien und in den Niederlanden. Die Geschichte wird über mehrere Generationen erzählt, einerseits die Geschichte von Giovanni und seinem Bruder, anderseits die des Großvaters, der die erste Eismaschine in ihrem Dorf gekauft hat.

Leider finden sich im Buch immer wieder zusammenhanglose Teile oder Kapitel, sodass man immer wieder Zeit braucht, um zu sehen wo und wann die Geschichte gerade spielt. Es dauert immer ein bisschen, bis man merkt, wieviel Zeit zwischen den Kapiteln vergangen ist. Die Kapitelüberschriften sind teilweise zwar sehr unterhaltsam, jedoch helfen sie auch nicht gerade bei der Orientierung.

Vor allem bei der Geschichte des Großvaters erfährt man wahnsinnig viel über die Herstellung von Eis, und auch darüber, wie früher Eis gemacht wurde – ganz ohne Tiefkühler. Das ist etwas, worüber ich noch nie nachgedacht habe. Umso interessanter ist es, zu lesen wie mühsam früher Eismacher in die Berge gehen mussten, um Eis aus dem Gletscher zu holen, um es anschließend mit Marmelade oder Obst zu verfeinern.

„Die Eismacher“ sind trotz der Sprünge, oder vielleicht gerade deshalb, nicht langatmig zu lesen. Es ist abwechslungsreich und auch spannend, da man die ganze Zeit auf die ungewöhnliche Bitte wartet, die bereits in der Zusammenfassung im Buchumschlag angekündigt wurde. Bis diese Bitte jedoch tatsächlich kommt, dauert es bis über die Hälfte des Romans.

Generell ist das Buch poetisch, vor allem das Ende wirft aber einige Fragen auf. Es ist so offen, dass ich nicht sicher bin, ob es nicht nur als Sinnbild für alle Generationen steht. Sonderlich befriedigend ist das Ende jedenfalls nicht.

Im Buch geht es wirklich sehr viel um Eis, und auch um Literatur. Aber Achtung: ich hab beim Lesen ständig Lust auf leckeres Eis gehabt. Besser also, ihr habt einen Vorrat zuhause. Oder ihr macht mein leckeres Erdbeersorbet, das ich euch hier zeige.

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