Gin-Bar für den Junggesellenabschied

Da mein Zukünftiger keinen klassischen Junggesellenabschied feiern möchte, sondern am liebsten nur mit seinem Trauzeugen einen schönen Abend verbringen will, habe ich mir etwas einfallen lassen. Die beiden sind große Gin-Liebhaber – deswegen habe ich eine österreichische Gin-Bar für sie vorbereitet. Jetzt eigentlich mal nur zum Testen, aber da es so gut funktioniert hat, kann der „Junggesellenabschied“ (oder eben Trauzeugenabend) kommen!

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Dafür braucht ihr:

  • Eine alte Kommode, Beistelltisch oder wie in meinem Fall einen alten Blumentisch meiner Urgroßmutter
  • Hübsche Strohhalme
  • Servietten
  • Snacks (bei uns gab’s Nüsse im Teigmantel mit Bacon-Käse-Geschmack)
  • Ev. Zigarren
  • Wer möchte, kann verschiedene Tonics aufstellen
  • Und natürlich: GIN!

Ich habe drei österreichische Gins für die Herren ausgesucht: Stin Gin, Wildstueck Gin und Fuxbau Gin. Da ich mich nicht so gut mit Geschmacksnoten von Alkohol auskenne, müsst ihr auf das Urteil meines Verlobten vertrauen. Folgendes charakterisiert diese drei Gins seiner Meinung nach (und er besteht darauf zu betonen, dass er kein Experte ist):

Fuxbau: in der Nase unaufdringlich, starke Wacholdernote. Am Gaumen vielfältige Kräuteraromen, schmeckt, einfach gesagt, nach Wald und passt meiner Meinung nach dementsprechend weniger für fruchtige Kreationen. Auf jeden Fall sollte man ihn in einem Drink zur Geltung und die interessanten Aromen vorschmecken lassen und nicht einfach nur als Basisspirit verwenden.

Stin: erster Eindruck in der Nase ist sehr fruchtig und frisch und leicht süßlich. Geschmacklich frisch, mit einer leichten Note nach süßen Orangen. Meiner Meinung nach sehr vielfältig einsetzbar, kommt aber wahrscheinlich eher in Kombination mit Früchten richtig zur Geltung. Das feine, subtile Aroma geht in Longdrinks wahrscheinlich verloren.

Wildstueck: Wacholder, volle Breitseite wie die Wildsau auf dem Etikett. Die 42 % Alkoholgehalt halten sich sowohl in der Nase als auch am Gaumen angenehm im Hintergrund und geben ein sehr weiches, angenehmes Trinkerlebnis ohne zuviel (unnötiger) Aromenverspieltheit. Ein Gin wie aus dem Lehrbuch der durch sein intensives Wacholderaroma auch in Mischungen erkennbar hervorschmeckt.

Ich habe zur Vorbereitung den alten Blumentisch abgestaubt und abgewischt. Auch wenn man ihn theoretisch neu streichen müsste, finde ich genau diesen Vintage-Charme perfekt für die Gin-Bar. Vor allem kann mein Zukünftiger diese Bar jetzt auch weiterverwenden. Wer also etwas Ähnliches sucht, kann ja mal am Dachboden oder im Keller schauen. Auf Willhaben oder am Flohmarkt werdet ihr bestimmt auch fündig. Auch der 48er Tandler wäre einen Besuch wert.

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Nach dem die Gins einzeln verkostet wurden, sind ziemlich coole Rezepte entstanden, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Passend zu jedem Gin gibt es einen Drink.

Apothecary’s Staple: etwa 10-15 frische Rosmarinnadeln im Mörser mit 1 EL Zitronensaft zerstoßen und etwas ziehen lassen, damit sich die Öle im Zitronensaft lösen. Dann mit Eis und 4 cl Stin Gin und 4 cl Salbeilikör (selbstgemacht, Rezept siehe unten) shaken, abseihen, im Tumbler ohne Eis und einem Zweig Rosmarin servieren. Frisch-kräuterig, wahrscheinlich gut gegen Halsschmerzen.

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Holzknechtnachtmahl: 200 ml frisch aufgebrühten Sanddorntee mit 2 EL Ahornsirup, 4 cl Fuxbau Gin und ca. 5 eingelegten Vogelbeeren (inklusive etwas vom Sud, meist Korn o.Ä. plus Zucker) verrühren, warm servieren. Süß-waldiges Betthupferl.

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St. Hubert’s Gravy: 4 cl Wildstueck Gin mit 1 TL eingelegten Preiselbeeren, 2 cl Preiselbeersirup, und 4 cl Met verrühren, mit Soda auf ein Longdrinkglas auffüllen. 2-3 Prisen gemahlene Muskatnuss über dem Glas auf einem Löffel mit einem Streichholz erhitzen bis sich der Duft entfaltet und über den Drink streuen, bevor die Muskatnuss verbrennt. Ohne weiteres Verrühren sofort servieren. Ein herzhaftes süß-würziges Wildgericht ohne Fleisch und Knödel.

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Ich durfte auch alle Drinks kosten und muss sagen, mein Favorit ist St. Hubert’s Gravy, weil der so lecker fruchtig ist. Der Testlauf für den Trauzeugenabend war ein großer Erfolg, ihr könnt also gespannt sein, welche Rezepte noch so kommen.

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Hier zum Schluss noch das Rezept für den Salbeilikör von meiner Schwiegermama:

Salbeilikör: 1 l Ansatzkorn, 250 g brauner Kandiszucker, 1 TL ganzer Kümmel, 1 TL Sternanis, 30 Salbeiblätter; alle Zutaten in einem sauberen, großen Gefäß verrühren, dicht verschließen und auf eine sonnige Fensterbank stellen. Jeden 3. Tag umrühren, nach frühestens 2 Monaten abseihen und abfüllen.

(Mit freundlicher Unterstützung von Stin Gin, Fuxbau Gin und Wildstueck Gin. Vielen Dank!)

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