Zwei Jahre passen nicht in einen Beitragstitel

Zwei Jahre ist es nun her, dass der letzte Artikel auf diesem Blog erschienen ist. Alle, die dachten, dieser Blog sei somit gestorben, haben sich getäuscht. Immer hatte ich ihn im Hinterkopf, aber die letzten zwei Jahre waren einfach zu turbulent, um neue Artikel zu schreiben. Jetzt endlich, sozusagen als Neujahrsvorsatz, habe ich mir vorgenommen, meinem alten Blog wieder neues Leben einzuhauchen. 

Die letzten zwei Jahre in Kurzfassung: unsere Baustelle wurde zu einem traumhaften Zuhause. Der Umzug war chaotisch, aber zügig. Eingelebt haben wir uns sehr rasch – schon nach ein paar Tagen konnten wir es uns gar nicht mehr anders vorstellen. (Und das, obwohl der Abschied aus unserer kleinen Wohnung, die unser erstes gemeinsames Nest war, für mich doch tränenreicher war, als gedacht.) Ich habe mich beruflich so entwickelt, dass ich nun endlich meine eigene Chefin bin. 

Und weil wir offenbar einfach nicht die Typen sind für Stillstand und einfach-mal-zurücklegen-und-genießen, stürzten wir uns bald in das nächste Abenteuer: Hallo, Baby! Im April durften wir stolze Eltern von einem ganz wunderbaren Sohn werden. Für mich war und ist Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein ein Ankommen in der Rolle meines Lebens. Ich habe immer erwartet, dass es schön ist, eine Familie zu gründen. Aber meine Erwartungen wurden regelrecht überrollt vom Mama-Glück. Dazu kommt bestimmt auch noch der ein oder andere Artikel in nächster Zeit 🙂

Geschichten hätte ich in den letzten Jahren genug zu erzählen gehabt, aber einfach keine Zeit. Das soll jetzt ein bisschen nachgeholt werden, weshalb ich gleich mal mit einem Hausrundgang der anderen Art loslege. Hier kommen unsere Top 5 DIY-Projekte: 

  1. Die Lampe überm Esstisch. Eigentlich hatten wir hier drei einzelne Lampen geplant. Doch als bereits mit aufwändiger Deckenbemalung ausgemalt war, ist der Elektriker draufgekommen, dass er statt wie von uns gewünschten drei Lichtauslässen nur einen gemacht hat. Er könne ja die fehlenden zwei Lichtauslässe noch nachholen. Er müsse nur ein bisschen Stemmen, meinte er. Wir lehnten der Deckenbemalung, dem frisch geschliffenen Parkettboden, der bereits gelieferten Küche und unseren Nerven zuliebe dankend ab. Also haben mein Mann und mein Papa eine neue Lampe ausgetüftelt, die schlussendlich eh viel besser zu uns passte: kreativ, einzigartig und selbstgemacht. 
  2. Untersetzer. Weil ich so in unsere Badezimmerfliesen verliebt bin, habe ich nach einem Verwendungszweck für die überzähligen gesucht. Also habe ich kurzerhand eine dünne Korkmatte gekauft, sie auf die Unterseite der Fliesen geklebt und schon hatten wir hübsche Untersetzer. 
  3. Die Badezimmerlampe. Das war der klassische Fall von: ich denks mir aus und jemand anderes muss es für mich machen. Ich wollte unbedingt so eine Lampe haben und habe auch alle Utensilien dafür zusammengetragen, aber schlussendlich gebaut hat sie mein Mann. Zähneknirschend. Jetzt ist er aber ganz schön stolz drauf: bei jedem Besuch, der eine Hausführung bekommt, weist er extra auf die wunderschöne Lampe hin. 
  4. Die Bildaufhängung auf der Veranda. Das war auch so ein Fall. Ich habe so etwas auf Pinterest gesehen und wollte es unbedingt für die Veranda haben. Und wäre da nicht überraschend die etwas verfrühte Geburt unseres Sohnes dazwischengekommen, hätte ich auch gerne mitgeholfen. So dachten mein Papa und mein Mann, dass ich abgelenkt wäre und nicht mehr an das Projekt denke. Aber auch vom Wochenbett aus kann man sehr gut Anweisungen erteilen J
  5. Die Rückwand der Küche. In diese Rückwand haben wir uns sofort beim Küchenkauf verliebt. Sie war dort ausgestellt und der Verkäufer hat sie ausdrücklich empfohlen. Nach und nach hat sich das Ganze aber als mühsam erwiesen: unser Küchenhändler hat dieses Material nicht verkauft. Also mussten wir extra zum Hersteller fahren, da es ein nicht handelsübliches Produkt war. Es war auch im Original gar keine Küchenrückwand, sondern ein strapazierfähiger Fußboden. Unsere Küchenmonteure, von denen der Verkäufer meinte, sie werden uns die Rückwand trotzdem montieren, obwohl wir sie schlussendlich bei einem Dritthändler gekauft haben, haben sie natürlich nicht montiert. Also musste mein Papa herhalten, der unter Einsatz unzähliger Stichsägeblätter, hier zensierten Flüchen und eine Menge Mühe den Fußboden als Küchenrückwand montierte. 

Was aufgrund der Ereignisse, die in den letzten zwei Jahren doch sehr gehäuft waren, viel zu kurz gekommen ist, ist der Kulturgenuss. Einige tolle Theaterabende durfte ich trotzdem erleben – besonders erinnere ich mich zum Beispiel an das Musical „Nine“ in Baden, das im Sommer 2021 konzertant aufgeführt wurde. Der Abend war fast perfekt – ich litt nur sehr unter Schwangerschaftsübelkeit und war bewaffnet mit Grissini, TicTac und Eukalyptusöl im Theater. So konnte ich die großartige Besetzung und die fantastische Musik dann doch noch genießen. Auch Highlights waren sämtliche Abende in der leider mittlerweile geschlossenen Theatercouch oder das Musical Rebecca, das trotz dem, dass es anders ist als damals, 1000 Kindheitserinnerungen für mich weckt. (Überhaupt unglaublich war, dass ich die ersten Ausschnitte von Rebecca beim Tag der offenen Tür mit meinem eigenen Kind in der Trage gesehen habe. Das hätte 2006, als ich Rebecca zum ersten Mal gesehen habe, wohl niemand gedacht.)

Zum Schluss habe ich noch einen Buchtipp parat. Ungefähr das einzige Buch, das ich in dem ganzen Chaos gelesen habe und das mittlerweile sogar wieder in meinem eigenen Bücherregal steht (das zeigt, wie lange ich schon viel zu wenig gelesen hab: von mir ausgelesene Bücher wandern in mein altes Kinderzimmer, wo meine Mama und mein Papa sie gemächlich lesen. Dann erst landen die Bücher wieder bei mir).

Jedenfalls ist „Die Tränen von Triest“ ein gutes Buch, das ich euch nicht vorenthalten möchte, auch wenn meine Rezension ein bisschen zeitlich versetzt erscheint. 

Beate Maxian hat mit „Die Tränen von Triest“ ein sehr gutes Buch geschrieben, das nicht nur für Triest-Fans eine absolute Empfehlung ist. Eine Familiengeschichte, die die Wienerin Johanna Silcredi nach Triest und in die Vergangenheit führt. Sie soll für ihren Großvater herausfinden, wer sein Vater war. Also reist sie in die Villa Costa nach Triest, wo sie eine ältere Dame aus Hamburg kennenlernt, die ebenso auf Spurensuche ist. 

Normalerweise mag ich historische Romane nicht und Kapitel, die früher spielen, lese ich unkonzentriert. Diese Geschichte war aber so spannend und ausgewogen erzählt, dass ich den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr genossen habe. Erst recht, weil ich Triest sowieso liebe und jedes Detail als Urlaubsersatz aufgesaugt habe. 

Ich habe sogar die Originalvorlage der Villa Costa erkannt und in meiner Begeisterung Beate Maxian über Instagram kontaktiert und gefragt, ob ich richtig liege. Lag ich. Nachdem meine Eltern das Buch auch gelesen haben, haben wir im Urlaub einen Ausflug in die „Villa Costa“ gemacht und obwohl ich das Buch schon vor einem Jahr gelesen habe, war mein Hype sofort wieder da. Vielleicht sollte ich es nochmal lesen (und das mach ich wirklich selten), aber zuerst habe ich hier einiges aufzuarbeiten 🙂

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