Dass Evita im Wiener Ronacher vor allem durch Che-Darsteller Drew Sarich glänzt, ist mittlerweile stadtbekannt. Doch jetzt, seit der Wiederaufnahme in die neue Saison, hat Drew Sarich endlich eine ebenbürtige Evita an seiner Seite: Marjan Shaki. Die Musicaldarstellerin ist seit Romeo & Julia im Raimund Theater ein Stern am Wiener Musicalhimmel. Da spielte sie 2005 die weibliche Hauptrolle und lernte übrigens auch ihren Ehemann Lukas Perman kennen. Die Rolle der Evita steht Marjan Shaki ausgezeichnet. Mit Charme und einer klaren Stimme entführt sie die Zuschauer nach Argentinien. Doch auch das Ensemble trägt seinen Teil zu einem gelungenen Abend bei: Tanz- und Chornummern sind mitreißend und schwungvoll. Das Orchester unter der Leitung von Koen Schoots spielt die fantastische Musik – übrigens: eines meiner persönlichen Highlights ist das Lied „Verlass mich nie“. Im Film ist es der Hit „You must love me“. Mein zweites Highlight ist der Epilog von Che. Den kannte ich noch nicht, obwohl ich Evita schon in verschiedenen Inszenierungen gesehen habe. Der Epilog ist wie das Licht der aufgehenden Sonne nach einer langen Nacht. Vor allem wenn es Drew Sarich singt. Apropos Drew Sarich. Er ist ein frecher Che, mit gewohnt bombastischer Stimme. Frech insofern, als dass er keine Berührungsängste hat – vor allem dem Publikum gegenüber nicht. So schnell kannst du gar nicht schauen, und er schaut in dein Glas an einem der VIP-Tische oder steht plötzlich auf der Armlehne deines Sitzes und singt. Dass du mit ihm bei einer Schießbude schießen musst, kann übrigens auch passieren. Möchtest du also nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen, empfehle ich sicherheitshalber einen Platz im ersten oder zweiten Rang.


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