10 Gründe, nach St. Petersburg zu fahren

Ich habe Silvester in St. Petersburg verbracht und ich kann nur jedem einzelnen von euch ans Herz legen, in diese Stadt zu reisen! Ich habe mich richtig in St. Petersburg verliebt- es war einfach unglaublich. Heute erzähl ich euch, warum diese Reise das größte Abenteuer meines Lebens war.

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1. Ja, ihr habt den Titel richtig verstanden: 10 Gründe, nach St. Petersburg zu fahren. Die restlichen 9 Gründe passen natürlich auch zu einer Flugreise, aber mein Verlobter und ich sind Roadtrip-Lover, deswegen war klar, wir fahren mit dem Auto nach St. Petersburg. Ich finde es immer spannend, den Weg zu fahren, weil man da sieht, wo man herkommt. Man durchquert so viele Länder und „verdient“ sich das Ziel erst. Bei Roadtrips passt der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ so gut, finde ich.

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Jedenfalls ist eine Autofahrt nach Russland nochmal ein Stück aufregender, wegen der Grenze. Schon lange haben wir uns darauf vorbereitet und Visum sowie sämtliche Papiere bereitgelegt. Trotzdem hatten wir Respekt vorm Grenzübergang, weil wir durch die EU doch sehr verwöhnt sind und noch nie so eine strenge Grenze übertreten mussten. Aber, auch wenn es mühsam war, weil man das Auto verzollen musste, es war weniger arg als gedacht. Wir haben zwar sowohl beim Einreisen als auch beim Ausreisen jeweils zwei Stunden für die Grenze gebraucht und mussten insgesamt 12 mal Pass und Visum herzeigen (Wie man an ein Visum kommt, hab ich euch übrigens hier zusammengefasst.), aber es war der perfekte Auftakt für unser Abenteuer. Viele Grenzbeamte können zumindest ein bissi Englisch oder zeigen mit Händen und Füßen, was sie wollen. Und man hat richtig gesehen, dass sie wohl sehr selten ein österreichisches Kennzeichen über ihre Grenze lassen: sämtliche Leute sind zusammengelaufen und haben sich interessiert um unser Auto versammelt und gerätselt, aus welchem fernen Land wir wohl kommen.

2. St. Petersburg in der Weihnachtszeit ist unglaublich schön beleuchtet! Wir sind in der Nacht angekommen, weil es auch relativ früh finster wird (von ca halb 11 bis 16 Uhr ist es hell) und waren sofort verzaubert. Auch wenn die Vororte normale Betonsiedlungen sind (von der Ortstafel bis ins Zentrum mussten wir noch 30 km fahren!), ist der Kern der Stadt umso schöner. Alles schaut aus wie in Disneyland – jedes Haus und jeder Brunnen ist fantastisch beleuchtet. Ich muss zugeben, in der Nacht hat mir die Stadt noch besser gefallen als untertags.

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3. Dieser Grund ist eigentlich der Hauptgrund unserer Reise gewesen: Tanz der Vampire mit Drew Sarich im Musicaltheater St. Petersburg. Ich weiß, es ist verrückt, so weit zu fahren, wenn man das Musical schon unzählige Male gesehen hat. Aber es war so ergreifend, wie es in Wien nie hätte sein können. Als Graf von Krolock zum ersten Mal durchs Publikum schwebt, musste ich vor Glück weinen. Wir waren tatsächlich in St. Petersburg und Drew spielt ein mir so vertrautes Stück quasi am anderen Ende der Welt und wir können es sehen – es ist schwer zu beschreiben, was eine Musical-Verrückte in so einem Moment fühlt, aber vielleicht könnt ihr es euch ja vorstellen.

 

Die Inszenierung war fast die gleiche wie in Wien, gespielt wurde auf Russisch, nur Graf von Krolock sang Deutsch. Neben uns saßen zufällig die einzigen zwei Österreicherinnen, die sonst noch im Theater waren an dem Abend, was natürlich auch extrem nett war. So ein magisches Silvester-Erlebnis verbindet einfach.

4. Die Auferstehungskirche. Ich habe mich so gefreut, endlich eine Kirche mit den hübschen Zwiebeltürmchen zu sehen und bin eine gefühlte Ewigkeit davor gestanden und hab sie bewundert. Zwar war der oberste Turm leider gerade wegen Renovierung eingerüstet, aber ich war trotzdem fasziniert. (Was man übrigens auch an unseren Urlaubsfotos merkt. Aus jeder Perspektive zu jeder Tages- und Nachtzeit gibt es Fotos dieser Kirche. Aber wenn sie nun mal so hübsch ist…)

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5. Das Essen. Zum Glück haben wir den Tipp bekommen, unbedingt im Restaurant Schengen zu essen. Wir haben schon lang nicht mehr so gut gegessen – allein schon deshalb sollte man unbedingt nach St. Petersburg kommen. Das Lokal ist eher gehoben und fancy (was wir leider nicht wussten und deshalb aufgrund der Temperaturen im Ski-Pulli dort waren), die Bedienung ist sehr freundlich und die Preise eher günstig. Wir haben zu zweit umgerechnet 30 Euro für Hauptspeise, Nachspeise, Getränk und Kaffee bezahlt und waren wirklich begeistert. Wir kommen definitiv wieder!

 

6. Der Winter ist in St. Petersburg besonders schön. Die Parks sind verschneit, die Flüsse zugefroren. Bestimmt ist die Stadt auch im Sommer schön, aber ich kann mir keine passendere Jahreszeit für St. Petersburg vorstellen, als den Winter. Es war einfach wie in meinem persönlichen russischen Wintermärchen. Aber Achtung: die Gehsteige sind teilweise sehr glatt und man rutscht leicht aus, weil sie dort kein Salz streuen.

7. Dieses Silvester war bestimmt mein schönstes Silvester bisher. Klar, sehr viel lag an dem magischen Theaterabend, aber auch die Stimmung in der Stadt war sehr feierlich und trotzdem sicher: es waren unglaublich viele Menschen auf der Straße, aber auch sehr viele Polizisten. Am Heimweg vom Theater habe ich mich sehr sicher gefühlt – St. Petersburg wirkt überhaupt nicht so kriminell wie man überall liest.

Wir haben den Jahreswechsel zwar nicht auf den Straßen verbracht, aber im Hotel wars nicht minder schön: wir hatten ein sehr breites Fensterbankerl, auf dem wir es uns mit russischen Leckereien aus dem Supermarkt und Wodka gemütlich gemacht haben. Mit Blick auf die Newa, verzaubert vom Theaterabend und mit meinem Liebsten war der Start in unser Hochzeitsjahr richtig perfekt.

8. Der Winterpalast und die Eremitage sind von außen extrem beeindruckend. Wir hatten keine Zeit für innen, aber ich hab mehrfach gehört, auch das soll extrem schön sein. Einmal im Leben muss man am Platz zwischen Winterpalast und Eremitage stehen und die Luft von St. Petersburg einsaugen. Nur dann kann man sich vorstellen, wie groß und prunkvoll diese Stadt ist.

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9. Das Frühstück im Hotel war sehr gehaltvoll, lecker und die beste Vorbereitung auf kalte Tage: mit Käse überbackene Brote, Blinis und Kaviar. Generell kann ich euch unser Hotel (The Bridge) empfehlen: Frühstück war lecker, die Zimmer gut ausgestattet und die Lage perfekt. Direkt an der Newa gelegen mussten wir nur 3 Minuten bis zu Winterpalast und Eremitage gehen, bis zum Newski Prospekt 7 Minuten.

10. Ein Spaziergang durch die Stadt. Ich weiß nicht, wie ich euch dieses Gefühl beschreiben soll, aber ein Spaziergang durch die Stadt zeigt euch, wie toll es ist, dort zu sein. Für mich als ewige Autoreisende ist Russland tatsächlich sehr weit weg gewesen. Umso aufregender war es, einfach durch die Straßen zu schlendern, Straßenschilder in mir fremden Buchstaben zu bestaunen und einfach einzusaugen, dass wir es tatsächlich geschafft haben, dieses Abenteuer zu verwirklichen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass alles an unseren vorgezogenen Flitterwochen ziemlich perfekt war. Auch Finnland war extrem schön und großartig. Aber mein Highlight wird immer St. Petersburg bleiben und ich bin meinem Verlobten so dankbar, dass er die Idee hatte, im tiefsten Winter wegen Drew Sarich und Tanz der Vampire ans andere Ende von Europa zu fahren.

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