Drew Sarich hat vergangenen Samstag einen von seinen wenigen, aber dafür umso großartigeren, Solo-Gitarren-Gigs gespielt. Nur er und seine Gitarre – ein berührender und intimer Abend in der Kunstbox in Seekirchen am Wallersee. Ganz so geplant war es jedoch nicht.

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Eigentlich wollte Drew Sarich gemeinsam mit dem Atalante-Quartett sein eigenes Kammermusical „Ugly Nina“ in Seekirchen aufführen. Eine Woche vor der Vorstellung musste jedoch wegen Krankheit umdisponiert werden. Also musste Drew alleine mit seiner Gitarre losziehen, um sein Publikum glücklich zu machen. Und das ist ihm mehr als gelungen.

Es war ein kleines, intimes Konzert mit einer Mischung aus seinen Alben. Silent Symphony, Let him go, Say it – von allem war etwas dabei. Eigentlich liebe ich seine Solo-Gitarren-Gigs ja sehr, weil das so ein ganz eigenes Flair hat. Und gerade der Gig in Seekirchen hat mich sehr an die Zeit erinnert, als Drew noch als Rudolf im Raimund Theater zu sehen war und an seinen freien Montagen gemeinsam mit Kyrre Kvam eigene Songs im damaligen Klub Ost präsentiert hat. Diese Konzerte hatten immer so etwas Wohnzimmerhaftes. Und auch wenn der Saal in Seekirchen größer war und die Bühne höher und breiter, so hatte es trotzdem etwas von Wohnzimmer. Drew sagte zu Beginn des Konzerts „Es ist Samstag, es regnet, und wir sind zusammen, das ist das Wichtigste.“ Und genau so war es.

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Was ich sehr an den Gitarrengigs schätze, sind die neuen Versionen der Lieder. Drew macht mit seiner Stimme und Gitarre aus den Liedern, die ich schon so oft gehört habe, etwas ganz Neues, Besonderes. So spielt er bei „House Next Door to the Hole“ ein ganz neues Intro oder verändert das Tempo von „Quiet Down“. Besonders gefreut hab ich mich jedoch über zwei Lieder: „Soothing tones“ und „Lover You Should Have Come Over“. Beides Lieder, die wahre Perlen sind, aber leider nicht mehr oft gespielt werden. „Soothing Tones“ ist sowieso eines meiner All-time-favorites, und „Lover You Should Have Come Over“ von Jeff Buckley, das traurigste Lied aller Zeiten, wie Drew so schön sagt, erinnert mich auch an die wunderbare Ostklub-Zeit.

Was ich auch noch hervorheben möchte, ist die tolle Soundtechnik in Seekirchen. Egal ob Drew flüsternd gesungen hat oder geschrien – der Sound war immer perfekt und auch genial laut. So wie man es sich so manchmal im Musicaltheater wünschen würde.

So war es insgesamt der perfekte Abend, obwohl es geregnet hat, ich nass in der Kunstbox ankam und eine weite Reise hinter mir hatte. Aber für so einen Abend würd ich auch um die Welt reisen.